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Studiare italiano

Zugegeben, mit regelmäßig bloggen ist derzeit nicht. Das liegt einerseits daran, dass ich mitten im Endlektorat für meinen neuen historischen Florenz-Roman stecke, der im Sommer erscheint – zum anderen lerne ich fleißig Italienisch. Wer meinen neuen Venedig-Roman “Maskenball des Todes” schon auf Amazon entdeckt hat, weiß, dass ich da noch viel mehr authentische Details reinbringen könnte.

Leider ist das Reisen ja weiterhin nicht möglich. Mir fehlt es ganz schlimm. Auch für die neuen Szenen zum nächsten Bella Calabria-Roman ist natürlich die perfekte Kulisse eher Tropea mit seinen wunderschönen Gassen als die Wohnzimmertapete. Aber widmen wir uns endlich dem Thema meines heutigen Beitrags, auf den viele von euch schon gewartet haben: Italienisch.

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So werdet ihr sattelsicher bei Verben und Zeiten! Certo!

Studiare italiano – aber wie?

Anfangs war ich ganz euphorisch, als ich an der VHS meinen Italienischkurs begonnen hatte. Ich merkte, wie komplex die italienische Sprache ist. Und gleichzeitig war ich davon fasziniert. Inzwischen lerne ich fast anderthalb Jahre und freue mich, durchgehalten zu haben. Ma nooo, non perfetto parlare italiano! Doch es gibt in jeder Stunde etwas Neues zu entdecken.

Inzwischen kommen die Feinheiten der italienischen Grammatik zur Sprache. Was wir in den ersten Wochen noch als “in Stein gemeißelt” erahnt hatten, wird jetzt verfeinert und vertieft. Die Endungen sind tückisch, aber auch die Verknüpfungen. Le donne – die Frauen, gli spaghetti. Das erste Wort mit der Endung auf E im Artikel und dem Wort selbst, im zweiten Wort ebenso.

Mir wurde rasch klar, dass ich für meine Ziele mit dem VHS-Kurs allein nicht weiterkommen würde. Nicht, dass er schlecht ist, aber ich suchte noch mehr Angebote, die meine Sinne beim Lernen anregten. Und deckte mich daher mit vertiefender Lektüre ein, mit Online-Sprachkursen und allem, womit die Sprache für mich lebendiger wird.

Blick ins Buch

PONS – übersichtlich, auf den Punkt

Eine sehr gute Anlaufstelle für alle, die Italienisch lernen wollen, ist PONS. Wer es bereits kennt, wird jetzt nicken. Übersichtlicher Aufbau und viele Tipps machen die Bücher von PONS zu einem wahren Schatz für jeden, der Italienisch lernen möchte. Oder Finnisch oder Kroatisch?

Regelmäßig mitlernen erleichtert das Leben, glaubt es mir! Um in den Verben sicherer zu werden, kann ich euch PONS Verben & Zeiten trainieren Italienisch wärmstens empfehlen. Das Buch ist ideal für A1 – B2, begleitet euch also verlässlich durch viele Sprachkurse und ist unverzichtbar.

Viele Sätze sind mit den richtigen Verben leicht zu verstehen und die praktischen Übungen helfen euch, gezielt an euren Schwächen zu arbeiten. Natürlich darf der Lösungsteil am Ende des 144 Seiten dicken Buches nicht fehlen.

Kompaktes Buch – ideal zum Italienisch lenen

Noch mehr Italienisch …

Der “große Bruder” ist für mich PONS Praxis-Grammatik Italienisch. Das Buch ist super für A1 – C1, also sehr in die Tiefe gehend und wird von einem Online-Übungsteil mit 120 Übungen optimal ergänzt. Auf 304 prall gefüllten Seiten findet ihr wohl alle Geheimnisse der italienischen Sprache.

Ganz wichtig aus meiner Sicht: Die Verneinung. Im Italienischen ist alles ein bisschen anders, auch der Satzbau. Was übersetzt komisch klingt, darüber wundern sich wohl auch die Italiener, wenn wir in unserem gewohnten Satzbau etwas auf Italienisch sagen wollen.

Nur keine Scheu: Wagt euch an die Übungen und merkt rasche Fortschritte. Ihr werdet sattelfest und erkennt kleine Fallstricke, ein gutes Zeichen, dass ihr tatsächlich das bisher Gelernte vertieft und euer Gehirn die italienische Sprache längst versynapst hat. 😉 Ich kann es kaum erwarten, endlich mein Italienisch in einem Ristorante oder vor Ort “auszupacken”.

Vor allem möchte ich ja auch für meine Recherchen einfach mehr ins Gespräch kommen mit Italienern. Statt wie bisher radebrecherisch auf Englisch oder mit Händen und Füßen zu fragen, kann es dann ziemlich spannend werden. Natürlich gibt es auch in Italien bestimmte Phrasen und Redensarten, die ich mitunter übersetzen werde und mich wundere …

Blick ins Buch …

HUEBER – Intermezzo Italienisch

Eine sehr gute Ergänzung für meinen Wechsel von A1 auf A2 war auch das nachfolgende Buch von Hueber: Intermezzo Italienisch – Wiederholen – Aktivieren – Kommunizieren A1. Das Buch ist 110 Seiten stark und hat eine ergänzende CD dabei. Auch bei diesem Buch liegt der Schwerpunkt auf einem ganzheitlichen Lernerlebnis mit viel Spaß und Freude an der italienischen Sprache. Studiare italiano ist gerade jetzt auch eine gute Gelegenheit, sich Italien näher zu fühlen!

Lasst euch nicht davon täuschen, dass es nur 6 Lezioni gibt. Die gehen ins Detail und helfen euch, abzuchecken, wie gut einzelne Schwerpunkte sitzen. Praktisch fand ich die Transkriptionen der Texte und den übersichtlichen Lektionswortschatz.

Die perfekte Urlaubslektüre …

Es gibt auch Übungen, die man zu zweit oder in der Gruppe machen kann. So kann man mit dem Partner oder der besten Freundin, der Familie Italienisch lernen und sich gemeinsam auf den nächsten Bella Italia-Urlaub freuen.

Blick ins Buch …

Und – seid ihr dabei?

Ich hoffe, ich habe euch einige Buchtipps geliefert, mit denen eure nächste Reise nach Italien nicht nur von “Ciao” und “Grazie” begleitet wird.

Wie immer freue ich mich über euer Feedback. Ich möchte noch mehr Bücher vorstellen und Tipps geben, die mir helfen, diese wunderbar melodische Sprache zu lernen. Genießt – in welcher Form auch immer – eure Liebe zu Italien!

Studiare italiano leicht gemacht. Jetzt seid ihr dran? Falls ihr noch immer unsicher seid, traut euch! Es macht wirklich Spaß, Italienisch zu lernen!

Und lasst uns gemeinsam hoffen, dass wir endlich wieder dorthin reisen dürfen. Das Land braucht die Einnahmen aus dem Tourmismus dringend, aber ich denke, der erste Italienurlaub wird sich ganz anders anfühlen. Es hat sich vieles verändert und diese Corona-Pandemie hat bei jedem Spuren hinterlassen. Lasst uns träumen und hoffen, dass wir bald wieder dort sind! Bis dahin – Buona settimana!

Ciao Manu
Autorin und Bloggerin aus Leidenschaft, die Euch gerne auf ihren Recherche-Reisen quer durch Italien mitnimmt!

Maskenball des Todes – Buchpremiere

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Ihr habt es schon bemerkt – in letzter Zeit war es ruhiger in meinem Bella Amore Mio Italienblog. Das hat einige Gründe. Binnen kurzer Zeit konnte ich zwei meiner Italien-Romane bei Verlagen unterbringen. Und nach dem Motto “Alle guten Dinge sind drei” feiert heute die Leseprobe meines neuesten Venedig-Romans “Maskenball des Todes” auf meinem Blog Premiere!

Ja, es ist endlich soweit. Am 30. Januar 2021 erscheint mein Romantic Suspense als E-Book und Taschenbuch exklusiv bei Amazon. Die Idee zu diesem Buch entstand vor einigen Jahren bereits, aber bis es geschrieben und in der aktuellen Form vorlag, brauchte es noch Zeit. Ein Thema, das ihr bereits aus meinen Blogbeiträgen kennt. An Aktualität und Brisanz hat es nichts verloren, denn die Uneinigkeit über die Kreuzfahrtschiffe in Venedig ist nach wie vor ein heißes Eisen.

Romantic Suspense “Maskenball des Todes”

Überraschenderweise hat sich jedoch etwas anderes realisiert, mit dem ich nicht gerechnet hätte. Genau, aufmerksame Leser nicken jetzt heftig. M.O.S.E ist aktiviert und der geneigte Leser möge mir verzeihen, dass ich diesen Wow-Effekt nicht mehr eingearbeitet habe. Aktuell bin ich bereits mit dem Verlagslektorat für meinen historischen Florenz-Roman für den Gmeiner Verlag ausgelastet und ein weiterer Verlag, der einen historischen Roman aus Venedig möchte, wartet auf ein zusätzliches Manuskript. Alles binnen einer Woche – und das in dieser belastenden Corona-Zeit.

Ich komme aus dem Feiern nicht mehr raus. Limoncello, Prosecco oder vino rosso? Hier kommt sie jetzt endlich, die versprochene Leseprobe zu meinem Venedig-Thriller “Maskenball des Todes”. Bereits vorbestellbar bei Amazon! Ab 30.1.2021 gibt es das Buch dann offiziell zu kaufen!

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Romantik pur. Meine Romanheldin Alessandra kennt Venedig auch anders …

Viel Vergnügen! Ich bin sicher nicht die Einzige, die sich danach sehnt, endlich wieder nach Venedig reisen zu können. Übrigens, der Roman “Maskenball des Todes” spielt zur Zeit des berühmten “Carnivale di Venezia”, der in diesem Jahr wohl anders verlaufen wird als gewohnt …

Leseprobe aus “Maskenball des Todes” von Manuela Tengler

Die Dienststelle der Serenissima, die Questera, war längst abgeschlossen. Aus dem kleinen Haus nahe der Piazzale Roma klangen weit nach Feierabend gedämpft Stimmen nach draußen. Dunkle Schatten tanzten hinter den verdunkelten Scheiben umher. Sie erinnerten an Figuren der Commedia dell`Arte. Guiseppe, der Dienstälteste der carabinieri, feierte seinen 60. Geburtstag im Kreise der Kollegen – und mit ihr, seiner einzigen weiblichen Kollegin. »Du schuldest mir einen Tanz, cara mia«, flüsterte er und streckte ihr die Hand entgegen.

Alessandra lächelte, während sie dem vertrauten Kollegen auf die imaginäre Tanzfläche folgte. Wie konnte sie diesem Mann, der alles für sie tat, einen Wunsch abschlagen? Zwischen Schreibtisch und Kaffeeautomat wiegte er sie sanft hin und her. »So tanzten wir schon einmal.«

Sie nickte, schmiegte den Kopf an Guiseppes Brust. Hundert Augen waren damals auf das attraktive Brautpaar gerichtet. Mit Paolo an ihrer Seite fühlte sie sich unverwundbar und stark. Gemeinsam trotzten sie den unregelmäßigen Dienstzeiten bei der venezianischen Polizei, die ihrer Liebe in den folgenden Jahren einiges abverlangen sollten.

Guiseppes Herzschlag beschleunigte sich. Auch er verlor sich in Erinnerungen und kämpfte wohl wie sie um die Fassung. Die Kugel zerstörte nicht nur Paolos Leben. Auch Guiseppes Leben wurde an diesem Tag ein anderes. »Paolo hätte dir eine solche Kalorienbombe von Torte nie geschenkt.« Sie spürte den unregelmäßigen Herzschlag des alten Mannes, seine Hand, die fester um ihre Taille griff. Ein Kloß steckte in ihrem Hals. »Nun schnell, geh zurück ans Buffet, bevor sie dir deine Geburtstagstorte wegessen.« Bevor sie beide endgültig die quälenden Erinnerungen überwältigen, strich sie über Guiseppes Rücken. Das blaue Diensthemd war zerknittert.

Sie lächelte. Der Witwer wäre verloren ohne sie, und sie ohne ihn. Stefano und Antonio, ihre Kollegen, lümmelten auf Guiseppes vollgeräumten Schreibtisch und feixten, wer von ihnen der bessere Tänzer wäre. Guiseppe löste sich aus der Umarmung und deutete ihnen ihr Talent zu beweisen. Mit unsicheren Schritten folgte er einer unhörbaren Musik und grinste, als Alessandra zum Ausgang deutete. Sie überließ die Männer ihrem eigenen Programm. Sie sprachen an diesem Tag nicht wie sonst über die neuesten Waffen, ihre Bambini oder den wachsenden Groll gegen unbezahlte Überstunden. Sie klärten heute Nacht keine Streiche venezianischer Jugendlicher auf, die auf der Piazzale Roma die Wände beschmierten oder mahnten Touristen wegen Bagatellen ab. Heute übertrumpften sich die betrunkenen Männer mit Plattitüden der Politik oder das Ausscheiden bei der Fußball-WM. Sie schimpften über ihre eifersüchtigen Frauen daheim, während sie ihren Ärger mit einem Grappa nach dem anderen hinunterspülten. Sie wollten feiern und Wetten abschließen, wer von ihnen die Nachfolge, Guiseppes Platz in der Questera, antrat.

Alessandra schüttelte den Kopf, als Guiseppe sie zu sich winkte. Sie brauchte dringend Sauerstoff. Der Gestank kubanischer Zigarren und der steigende Alkoholspiegel unter den Kollegen lockten sie ins Freie. »Männer, wirklich.« Eine milde Nacht erwartete sie in der Serenissima. Sie tippte auf das vertraute Gesicht am Display ihres Handys und lächelte, als sie die verschlafene Stimme hörte. »Ich weiß, du bist noch wach. Ich sehe Licht.« Das war eine glatte Lüge, aber bei einem achtjährigen Jungen funktionierte das blendend.

»Ein paar Minuten, mamma, bitte! Ich helfe dafür Nonna beim Einkauf, die ganze nächste Woche, versprochen!«

Funkstille. Ein Grinsen, das sie ohne Ton verstand. Aurelio verstand es, sie zu überzeugen. »Einverstanden. Ich bleibe noch eine halbe Stunde und bringe Guiseppe nach Hause, okay? Ich hab dich lieb, schlaf gut.«

»Buona notte mamma!« Schon brach die Verbindung ab.

Unschlüssig, ob sie zu dem ausgelassenen Männervolk dazu stoßen sollte, entschied sich Alessandra für die knallrote Bank vor der Dienststelle. Ein paar Minuten die in ihrem Leben rar gewordene Stille in der Serenissima genießen, die Alltagssorgen vergessen. Es ging nicht um die verspätete Weinlieferung für Guiseppe, den Dienstplan während Aurelios Schulferien. Endlich allein mit ihrem heimlichen Geliebten. Ihr geheimnisvoller Liebhaber, der spärlich beleuchtete Canal Grande, zog viele Jugendliche magisch an. Sie tanzten ausgelassen auf den fondamente der rivoletto und rii. Ihr schrilles Lachen schwappte über das Wasser und steckte an. Offenbar ertrugen die Männer die stickige Luft nicht länger.

Aus einem gekippten Fenster lauschte sie mit einem unterdrückten Grinsen Guiseppes Vorliebe für Verdis Opern, Antonios Bariton zu Gianna Nannini und Stefanos Lachen. »Ihr seid verrückt«, flüsterte sie. In diesem Moment war ihr die Polizei-Familie so nah wie niemals zuvor. Nach Paolos Tod waren Stefano und Antonio nicht anders mit ihr umgegangen als vorher. Sie hätte kein Mitleid, keine Vorzugsbehandlung ertragen und war dankbar, die plötzliche Leere in ihrem Leben mit Arbeit füllen zu können. Bis Guiseppe ein Machtwort gesprochen hatte. Sein Enkel hat seinen Vater verloren, das ist genug Schmerz für ein Kind. Ohne ein weiteres Wort passte er ihre Dienstpläne an, dass sie nach Schulschluss daheim war. Guiseppe, der wie sie Paolos Tod bis heute nicht verwunden hatte, aber ihr gegenüber tat er, als stünde er über allem und jedem.

Verträumt blickte sie zur Seite. Sie liebte Venedig. Anfangs war es eine Hassliebe gewesen, aber nun konnte sie sich nicht vorstellen, woanders zu leben. Hier war Aurelio geboren, hier erwarteten ihn Erinnerungen an seinen Vater. Ein paar Biegungen abwärts warfen die beleuchteten Säulen und Arkaden des Dogenpalastes gespenstische Schatten auf die Wände. Nur noch wenige Touristen schlenderten zu der späten Stunde durch die dunklen, engen Gassen im San Marco sestriere. Sie bewunderten die mit Scheinwerfern beleuchteten Pferde der Quadriga an der Westseite der Basilika San Marco, die bereit schienen, loszutraben. Die marmornen Statuen auf der Längsseite der Biblioteca Nazionale Marciana zeugten von der ruhmreichen Vergangenheit der venezianischen Seemacht. Unaufmerksame Besucher unterließen es sträflich, den auf den einst mühsam aufgestellten Säulen mit über vier Meter langen Löwen auf der Plattform ihre Aufmerksamkeit zu schenken.

Sie musste nicht auf der anderen Seite des Hafenbeckens stehen, um sich darüber wie Guiseppe und andere zu entrüsten. Wie viele Venezianer auch verurteilte sie, dass ihre Heimatstadt zu einem Vergnügungspark für Tagestouristen verkam. Die Schätze der einst reichen Seemacht des 14. Jahrhunderts fanden sich an unscheinbaren Orten. Sie waren allgegenwärtig, aber im 21. Jahrhundert zählten ein stabiler W-LAN-Empfang, getaktete Besichtigungen dank QR-Code und ein hastiges Selfie beim Carnivale di Venezia mehr. Grauenhaft, wie schamlos sich manche Besucher gebärdeten und sich ihnen die Schönheit verborgener Ecken oder Reliefs verschloss.

Ein Lichtstrahl aus der mit blauen Lettern ausgeschilderten Questera, dem Polizeipräsidium Venedigs, erhellte den Granitboden und schreckte sie jäh aus den Gedanken. Hastig trat sie aus dem Schatten eines ausrangierten Polizeibootes und wischte rasch die Tränen fort.

»Ist alles in Ordnung?« Guiseppes fülliger Körper warf deutliche Umrisse auf den Boden.

Ein Brummbär mit viel Herz, der mehr als nur ein Vorgesetzter war. Mit Paolos Tod vertiefte sich ihr Verhältnis. Vom trauernden Schwiegervater wandelte sich Guiseppe zu ihrem engsten Vertrauten. Er stand ihr in langen Nächten bei, in denen Aurelios Weinen ihr das Herz zerriss. Ihr Sohn sei viel zu jung, um das Schreckliche zu verstehen. Paolos vertraute Stimme, die den Jungen abends in den Schlaf sang, fehlte von einem Tag auf den anderen.

»Bene, ich komme gleich. – Wirklich, Guiseppe.«

Guiseppe blieb stehen und sah sie eindringlich an. Er traute ihr nicht. »Die Lagune stirbt nicht, wenn du eine Sekunde nicht auf sie achtest. Deine Kollegen hingegen kommen morgen nicht zur Arbeit, wenn du mir nicht hilfst, sie aus dem Büro zu jagen. Es dauert nicht mehr lange, bis du deinen Kontrollzwang ohne mein Einwirken ausleben wirst.«

Mit gespielt grimmigem Gesichtsausdruck eilte sie mit Guiseppe als Verstärkung ins Dienstzimmer zurück. »Die Party ist vorbei, Jungs«, erklärte sie und wollte gerade das Radio abstellen, als ein Jingle eine Sondermeldung verkündete. »Seid still!« Hastig drehte sie am Lautstärkeregler.

»Noch ist unklar, wie viele Tote durch das Unglück des Kreuzfahrtschiffes der Reederei OCEANDREAMS tatsächlich an der italienischen Küste zu beklagen sind. Experten halten vorzeitige Spekulationen über den Unfallhergang für gefährlich. Sie warnen …«

»Mamma mia!« Antonio hatte den Fernseher eingeschalten. Bilder des in Havarie geratenen Luxusliners ließen die ausgelassene Stimmung im Dienstquartier der Questera verpuffen. Kameras von Hubschraubern, die über der Unglücksstelle kreisten, zeigten leblos auf der aufgepeitschten Wasserfläche treibende Körper, bunte Koffer und zerborstene Wrackteile. Ein kleines Rettungsboot trieb mit dem Kiel nach oben.

Langsam kehrte Leben in die betrunkenen Männer. »1240 Passagiere, doppelt so viel wie die Mannschaft«, meldete Giorgio tonlos, als er den Hörer aufgelegt hatte. Das schreckliche Ereignis löschte seine Trunkenheit mit einem Schlag.

Stefano nickte bestätigend und wedelte mit einem Fax. »Die Küstenwache ist auf dem Weg zur Unglücksstelle, aber die Lage des Schiffes sei unstabil. Wie viele Menschen betroffen sind, scheint derzeit unklar. Es herrscht pures Chaos.«

1240 Menschen, die sich auf eine Kreuzfahrt durch das Mittelmeer freuten, erlebten unvorstellbares Leid. Und niemand wusste Genaueres. Alessandra wartete angespannt auf aussagekräftigere Fakten, Informationen über mögliche Gründe für das Unglück, das in wenigen Minuten das Leben vieler dramatisch veränderte. Die Nachrichtenticker rund um die Welt überschlugen sich im Minutentakt mit Meldungen, während sich die Pressemeldungen der Reederei auf den möglichen Schaden des Schiffes konzentrierten.

Der human factor wurde ausgeklammert. Vonseiten der Reederei hieß es, man sei bestürzt und versuche alles, um die Angehörigen rasch zu informieren. Die eingerichteten Hotlines brachen angesichts der vielen Anrufe verzweifelter Angehöriger nach wenigen Minuten zusammen. Alessandra verfolgte die einströmenden Nachrichten mit wachsendem Entsetzen. Sie konnte sich nicht vom Bildschirm losreißen, obwohl ihr das Schicksal der Menschen viel zu sehr naheging.

Heute gelang es ihr nicht, Job und Gefühle zu trennen. Für die Eltern, Ehepartner, Kinder und Freunde jener Menschen an Bord des Schiffes war die Ungewissheit unerträglich. Vor Tagen verabschiedeten sich die aufgeregten Kreuzfahrer mit einem glücklichen Lächeln und Vorfreude auf eine Traumreise ins Glück. Niemand kalkulierte in einem solchen Moment die Kosten einer Bergung, wenn es um Menschenleben ging, dachte an mögliche Abwrackzahlen oder gar Entschädigungszahlungen.

Offenbar befand sich bereits das Fernsehteam eines lokalen Senders an der Unglücksstelle. Hinter einer jungen Reporterin, die mit ihren Kollegen in dem kleinen Hafen ein provisorisches Mediencenter bezogen hatte, kauerten gerettete Passagiere des Schiffes auf notdürftig aufgestellten Feldbetten. Sie starrten teilnahmslos vor sich hin. Begriffen sie die Tragweite des Unglücks? Viele hüllten sich in Decken und versuchten verstört, den erbarmungslosen Kameralinsen auszuweichen.

Abgehacktes Weinen, verzweifelte Rufe nach den Liebsten, die noch immer als vermisst galten, brachten die leiderfahrenen Männer der italienischen Küstenwache zum Verstummen. Hektische Kamerabewegungen, das Meer schwankte – oder war es die Kamera, die unter dem Grauen des Gezeigten erbebte? Die junge Frau trat in einem unschuldig wirkenden weißen Kleid vor die Kamera. Carlotta Neri. Der Einspieler machte den Namen der bisher unbekannten TV-Reporterin schlagartig bekannt. Der Wind riss an ihren glänzenden Haaren, während sich Neri mit einem kurzen Blick auf die Unglücksstelle unweit des Festlandes zu vergewissern schien, dass es stimmte. Das war kein Blockbuster aus Hollywood, sondern live. Europa. Italien.

Schon mehrfach gab es Zwischenfälle mit Kreuzfahrtschiffen auf der ganzen Welt. Seitens der Reedereien fand man stets nachvollziehbare Gründe für die Unglücke. Unbekannte Strömungen, plötzlich aufkommender Wind, ein defektes Bugstrahlruder. Man zahlte horrende Summen, um negatives Material nicht nach außen dringen zu lassen. Viel Geld floss. Man entschädigte die Passagiere mit der Übernahme entstandener Unkosten und lockte mit fulminanten Rabatten für die nächste Kreuzfahrt. Es gab so vieles, das angesichts von Abertausenden Tonnen Stahl binnen Minuten zu einer tödlichen Gefahr werden konnte.

Wurde man als Passagier auf Sicherheitsmängel hingewiesen, darauf, dass die Karabiner und Seile der an Deck verstauten Rettungsinseln verrostet waren? Vage erinnerte sich Alessandra an einen Techniker, den sie bei einem Zwischenfall im Guidecca Kanal im Hafen kennengelernt hatte. Selbst er bestätigte, es könne kein Restrisiko in Aussage gestellt werden. Das wäre so fahrlässig wie die Aussage, die Titanic wäre unsinkbar.

»… technisches Versagen wird derzeit nicht ausgeschlossen …« Die junge Reporterin suchte nach den passenden Worten, um den Zuschauern in ihren warmen Wohnzimmern fern des Unglücksortes das Ausmaß dieser Tragödie zu verdeutlichen. Sie bemühte sich, die schrecklichen Nachrichten mit viel Herz zu vermitteln und kämpfte selbst mit den Tränen, bis die Kamera auf einen tropfnassen Teddybären zoomte. Neri schien nicht so sensationslüstern wie ihre Kollegen zu sein. Sie winkte hektisch in die Kamera.

Das harte Business des Journalismus forderte an diesem Tag genügend Opfer. War Neri resolut genug, sich zu behaupten? Inzwischen trafen weitere TV-Sender ein und berichten nun ebenfalls live vor Ort. Unerbittlich hielten sie verzweifelten Überlebenden das Mikrofon vor die Nase, zoomten mit ihren Kameralinsen auf rot unterlaufene Augen auf traumatisierte Kinder. Quote zählte, Tragödien pushten, perfetto. Je größer das Leid, desto höher die Zuschauerzahlen.

Alessandra schauderte vor Entsetzen, während Stefano sich durch die Kanäle zappte. Jeder größere Sender unterbrach das Programm und hielt die Zuschauer mit einem eingeblendeten Liveticker auf dem Laufenden. Bekannte Gesichter aus den Nachrichten und der Politik verkündeten ihre Anteilnahme. Das Gesicht mit einem Wimpernschlag auf »Unser aufrichtiges Beileid« getrimmt. Carlotta Neri dagegen überforderte die grauenhafte Situation. Ihre Augen waren gerötet, fieberhaft glitt ihr Blick aus dem Fokus des Kameramannes. Eine Familie verließ eben einen Rettungswagen. Das Gesicht verquollen von Tränen umklammerte die Mutter die Hand ihres Mannes, während dieser fassungslos auf den Unglücksort zurückblickte. Seine Hand zitterte, während er auf das – vor Stunden noch hell erleuchtete – Kreuzfahrtschiff zeigte. »Mein Sohn«, stammelte er und packte einen Sanitäter an seiner Jacke. »Sie werden ihn finden, nicht wahr? Mein Sohn ist auf diesem Schiff, retten Sie ihn.« Die Kamera näherte sich dem Familienvater.

Plötzlich erschien Neri im Bild. Mit hektischen Bewegungen drängte sie den Kameramann ab und blieb neben dem traumatisierten Mann stehen. Der Mann taumelte, sank auf den Boden und lag teilnahmslos auf dem Boden. Die Kamera schwenkte weiter, folgte überforderten Mitarbeitern des Roten Kreuzes. Sanitäter verteilten hektisch Wasserflaschen, die sie aus lächerlich bunten Plastikkörben zogen, die in dieser Situation wie blanker Hohn wirkten. Es war zu bunt dort. Zu laut. Zu schrecklich. Zu unrealistisch. Schalt weiter, wollte sie Stefano bitten, aber alle in der Dienststelle waren zu geschockt. Niemand konnte den Blick von den unbegreiflichen Bildern lösen.

Alessandra schüttelte benommen den Kopf. Die Katastrophe passierte sich nicht weit entfernt von Venedig, wenn sie die kaum lesbare Karte, die der Sender in diesem Moment einblendete, korrekt erkannte. Kaum auszudenken, wenn diese Katastrophe hier –

»Alessandra, dein Handy läutet«, bemerkte Guiseppe und drückte sanft ihren Arm. »Die armen Familien. Da freut man sich auf eine Kreuzfahrt und spart, um dann so zu enden? – Unfassbar, was für eine Tragödie!«

Sie nickte fassungslos. Ein Blick aufs Display verriet den Anruf ihrer Mutter. »Was ist denn schon wieder? Du hast mich doch erst vorgestern …« Nach einem kurzen Zögern drückte sie den Anruf weg und starrte wieder auf den Bildschirm. Wie ein Mahnmal ragte der Bug des einst so imposanten Schiffes von fast 300 Metern Länge aus dem Meer. Was geschah an Bord, wenn sich Hunderte Menschen panisch und mit letzter Kraft über Bord zu retten versuchten? Noch immer harrten Dutzende Menschen auf dem Schiff aus. Frauen in eleganten Abendkleidern versuchten, ans andere Ende des Schiffes zu kommen. Wie von ihren Schnüren befreite Marionetten taumelten sie umher.

Das Captainsdinner war wahrhaftig ein unvergessliches Ereignis. Die sorgfältig hochgesteckten Dutte hingen herab, verdeckten panisch große Augen. Schrille Stimmen gellten über die Decks, als das Schiff sich mit einem Ruck auf die Seite neigte. Um Hilfe rufende Menschen rutschten auf dem schiefer werdenden Deck ab, ihre Körper wurden brutal gegen die Reling geschleudert. Die ersten Live-Aufnahmen auf RAI Uno und anderen Sendern von der Amaryllis of the Ocean trieben Alessandra Tränen in die Augen. »Sie springen!« Sie schrie entsetzt auf, packte Guiseppes Arm. »Das ist doch Irrsinn. Wie hoch ist so ein Schiff?«

»40, 50 Meter?« Antonio stand neben ihr. »Das wäre Selbstmord. Es gibt keine Chance zu überleben.«

Wieder nickte sie. Stumm vor Entsetzen. Wie verzweifelt musste dieser Mann in seinem schwarzen Anzug sein, der versuchte, sich mit einem Sprung ins kalte Wasser zu retten? Er klammerte sich an die Reling und versuchte hochzusteigen. Sie meinte, seine Angst zu spüren. Es war sein Puls, der ihr Herz in einen gefährlichen Rhythmus versetzte, seine Angst, die ihr den Atem raubte. Dann ertönte ein schauriges Geräusch über die eben noch taghell beleuchteten Decks des Kreuzfahrtschiffes. Ein Teil des Schiffes schwand jäh in der Schwärze des Meeres.

»Mio dio! Das Schiff bricht auseinander wie die Titanic! Das ist nicht möglich. Da sind noch Menschen …« In Guiseppes Gesicht war die Bräune eines leidenschaftlichen Seglers einem bleichen Ton gewichen.

Wieder läutete ihr Handy. Abgelenkt nahm Alessandra das Gespräch an. »Mamma, es ist etwas Schreckliches passiert. Du … Wo bist du? Es dröhnt markerschütternd …« Sie sah die Bilder, die surreal mit den Geräuschen im Fernsehen harmonierten. Spürte den viel zitierten Flügelschlag des Schmetterlings auf der anderen Seite der Welt. Dann katapultierte die brutale Wirklichkeit sie in derselben Sekunde in ihr eigenes Schicksal. Hörte sie nicht das unmenschliche Stöhnen und Weinen ihrer Mutter, während sich das Schiff mit einem überraschend sanften Ruck weiter zur Seite neigte? Hörte sie den kollektiven Aufschrei der Menschen, die auf dem Schiff ausharrten und vergeblich um Hilfe schrien – aus ihrem Handy.

»Mamma?« Ihre Lippen zitterten, Tränen verschleierten ihren Blick. Sie griff ins Leere. Taumelte. Ihre Ohren vibrierten. »Mamma

»Ich liebe dich, principessa, hörst du. Gib Aurelio einen Kuss von seiner Nonna.« Die letzten Worte ihrer Mutter gingen in dem unheilvollen Krächzen und Kreischen von blankem Stahl unter. Den Ton der schrecklichen Ouvertüre erbarmungslos im Ohr, lieferten die dramatischen Bilder die noch schrecklichere Gewissheit. Ihre Mutter war dem Tod ausgeliefert. Teile des Oberdecks gaben unter dem Druck nach. Die stählernen Streben barsten wie morsches Holz und begruben alles unter sich. Die Erschütterung, einem Erdbeben gleich breitete sich über den gesamten Schiffsbau aus und zog ringförmige Kreise um das Schiff.

In diesem Moment gellte ein morbider Schrei in Alessandras Ohren. Sie hielt sich die Ohren zu, erschrak über die verzweifelte Kraft dieser Stimme, ihrer eigenen Stimme, die ihr gleichzeitig versagte, um Guiseppe zu rufen. Es erschien ihr wie Erlösung, als sich alles schwarz färbte und sie im Kreis ihrer Kollegen zusammenbrach.

Kapitel 1

Sie bahnen sich unbarmherzig einen Weg, um zu zerstören. Sie rafften weit weniger Menschen dahin wie bei der Pest, töteten langsam und qualvoll. Todesengeln gleich tanzen dunkle Rußpartikel grazil über deinem Kopf, dringen in deine Lunge und warten dort geduldig auf deinen Tod. Dieses Unglück kann jeder sehen, aber niemand tut etwas, um es aufzuhalten. La morte è vicina. Der Tod ist nah.

Tränenblind sah Alessandra von ihrem Notizbuch auf. Sie rang nach Atem und brauchte ein paar Sekunden, um ins Jetzt zurückzufinden. Wie so oft in den letzten fünf Jahren versank sie an manchen Tagen in eine tiefe Trauer, die sie vor Aurelio verbergen musste. Sie las in seinen Augen, wie besorgt er war. Der kleine Mann, der seinen Vater würdig vertreten wollte. Vergeblich versuchte sie bis heute diese unheilvolle Welt aus Profitgier, wirtschaftlichen Interessen skrupelloser Stakeholder zu verstehen. Akribisch suchte sie seitdem nach der Wahrheit hinter all den Lügen und Ungereimtheiten, die diese schreckliche Schiffskatastrophe ausgelöst hatte. Einem Sumpf gleich, der sie tiefer und tiefer hinabzog, ohne dass sie sich wehren konnte, wiederholte sie immer wieder die Fakten.

Mit lautem Knall klappte sie das vollgeschriebene Buch zu. Nach vorne sehen lautete die Devise. Das musste sie Guiseppe versprechen. Sie musste endlich aufhören, nach einem Schuldigen zu suchen. Zu viel stand für manche auf dem Spiel, um ein Opfer auf die Schlachtbank führen zu wollen, dessen Blut niemand auf sich schütten wollte. Es ging um viel Geld. Vor allem um Macht und die Gewissheit, den ungebrochenen Trend mit noch größeren Kreuzfahrtschiffen von Venedig oder Genua aus in See zu stechen. Jeden Tag kämpfte sie sich von Neuem ins Leben zurück, suchte nach einem Weg, mit der Vergangenheit Frieden zu schließen, Aurelio zuliebe. Jedes Schiff, das in die Lagune einfuhr, zerriss ihre Hoffnungen wie die Rußpartikel die Lungen ihrer Freunde und Nachbarn.

Unheilschwanger färbte sich der Himmel über der Lagune tiefrot, dann pestschwarz. Wie dunkle Dämonen tauchten die Kreuzfahrtschiffe auf, drangen ungebeten in die Idylle der Serenissima ein und setzten sich über das Leben anderer hinweg. Getrieben von Neugier, unstillbarer Gier nach Profit warfen sie unheilverkündende Schatten auf die bröckelnden Mauern und Hausfassaden der Serenissima. Verdunkelten das Licht in den Palazzi am Canal Grande beim Einlaufen. Verdrängten Tonnen von Wasser, dass die Boote in den Seitenkanälen gut 20 Zentimeter höher lagen. Frästen sich mit riesigen Bugstrahlrudern durch die seichte Lagune. Töteten unbewusst in jeder Sekunde, die das Dröhnen der Motoren tief in das kollektive Bewusstsein von Meeresbewohnern, Fundamenten und Venezianern drang. Sie waren alle längst dem Untergang geweiht! Es gab kein Entrinnen mehr. Bis es unmittelbar in der Serenissima zur Katastrophe kam, war es nur eine Frage der Zeit. Es war unvermeidbar.

Alessandra schauderte. Jedes Mal, wenn die Schlepper ein Kreuzfahrtschiff in die Lagune zog, wurde ihr bewusst, was für eine schreckliche Zeitbombe an ihr vorbeifuhr. Seit dem Morgengrauen kauerte sie am Kai auf der kleinen Insel San Giorgio, abseits des Touristenrummels im San Marco Sestriere. Auf San Giorgio und dem Canale della Guidecca ging es beschaulicher, stiller zu. Die Touristen eroberten den Campanile des kleinen Eilandes nur, um das atemberaubende Panorama auf den Markusplatz gegenüber zu erleben. Sie knipsten hastig ein paar Selfies vor der Kirche, bis das nächste Vaporetto kam und sie von dem verschlafenen Eiland rettete.

Vor dem Palazzo Ducale versammelte sich in den frühen Vormittagsstunden eine dichte Menschentraube, die sich das Spektakel eines einlaufenden Ozeangiganten nicht entgehen ließ. Alessandra glaubte begeisterte Rufe, aber auch Schreie der Entrüstung zu hören. Oh ja, sie wusste, wie klein und unbedeutend, wie ungeschützt man sich auf der anderen Seite des Markusbeckens fühlte. Der Boden vibrierte. Nur leicht, kaum spürbar angesichts der Menschenmassen, die zu Hunderten, gar Tausenden täglich über den unebenen Platz wogten.

Die regelmäßigen Erschütterungen von Schiffen, Menschen und Wasserbussen bildeten Risse auf dem Pflaster der Piazzetta. Teile der Fundamente, die den Kai, den Canal Grande sowie die vielen ri säumten, gaben dem ständigen Ein- und Auslaufen des vermehrt salzigen Lagunenwassers nach. Das allein zeigte doch deutlich, überlegte Alessandra, dass nicht allein die Umweltverschmutzung ihren Tribut forderte. Experten versuchten seit Jahren, die Bevölkerung und die Regierung aufzuklären, woher diese Verwerfungen kamen. In tieferen Bereichen richteten sie weitaus größeren Schaden an, unsichtbaren Schaden. Manche der Campanile neigten sich bedenklich zur Seite und boten den Besuchern pittoreske Aufnahmen. Sollte Venedig als die Stadt der schiefen Türme neue Geschichte schreiben?

Die nahe stehenden Häuser harrten würdevoll aus und hielten auf den ersten Blick dem schädigenden Einfluss von Motoren und verheerenden Schadstoffemissionen stand. Es gab belegbare Zahlen, anerkannte Studien und medizinische Gutachten, dass die Zahl der Krebserkrankungen in Venedig deutlich gestiegen war. Zahlen, die bei den Reedern, den großen Playern in der Politik und Konzernen auf Desinteresse stießen. Die steigenden Buchungszahlen und Vorbestellungen neuer Schiffe hingegen, die profitable Gewinne brachten, bevor sie noch Wasser unter dem gigantischen Kiel verspürten, waren vorrangiger.

Die Kälte des nahenden Herbstes spürend, trotzte Alessandra ihrem Wunsch, dem verhassten Schiff den Rücken zu kehren. Stattdessen blieb sie, kauerte vor dem blendend weiß gestrichenen Leuchtturm der Insel und biss sich auf die Lippen, um nicht ihren Zorn hinauszuschreien. Sie schmeckte Blut.

Die Kälte fraß sich tiefer unter ihre Jacke, aber sie konnte sich von dem schrecklichen Anblick nicht lösen.

Jede Passage zog sie magisch an: Erfüllt von Angst, was passieren könnte, wenn niemand kontrollierte und gleichzeitig mit einem Hoffnungsschimmer, diesem ignoranten Treiben irgendwann ein Ende zu setzen.

War sie denn wirklich die Einzige, die erkannte, wie gefährlich es war, diesen Ungetümen nicht die Zufahrt zu entsagen?

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Eine junge Polizistin gegen …

DER Venedig-Thriller – Buchpremiere am 30.1.2021!

Auch die Kreuzfahrtindustrie ist in diesen Zeiten gefordert, kämpft ums Überleben – wie Venedig und seine Bewohner. Dieses Buch “Maskenball des Todes” ist auch den tapferen Umweltaktivisten von NO GRANDE NAVI gewidmet, die seit Jahren wie gegen Windmühlen gegen die Durchfahrten dieser Ozeanriesen kämpfen!

Ich hoffe, ihr stoßt mit mir auf meinen neuen Venedig-Roman “Maskenball des Todes” an. Mit Aperol sprizz, Limoncello, Grappa oder Sekt, egal was! Lasst uns feiern und diesen Augenblick genießen, von unseren schönsten Momenten in Italien träumen und hoffen, dass wir bald wieder dort sind! Bis dahin – Buona settimana!

Ciao Manu
Autorin und Bloggerin aus Leidenschaft, die Euch gerne auf ihren Recherche-Reisen quer durch Italien mitnimmt!

Anniversario primo

Ja, tatsächlich ist es schon länger als ein Jahr, denn am 1. Oktober 2019 startete ich meinen Bella Amore Mio – Italienblog inklusive Autorenblog. Und wie manche von euch richtig bemerkt haben, blieben manchmal Artikel aus. Es passiert einerseits zu viel in meinem Leben, andererseits zu wenig für Bella Italia.

Das ist nicht ganz richtig. Natürlich passiert viel, aber Corona hat mir meine Reiseplanung komplett über den Haufen geschmissen und sogar mein anniversario primo ging dabei unter. Das Lektorat läuft und läuft. Theoretisch könnte ich meinen Laptop überall aufstellen, auch in Italien. Ich warte nur noch auf eine günstige Gelegenheit, um diesen Plan endlich in die Tat umzusetzen.

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Ich liebe sie … Geschlechtertürme – in Florenz, aber auch in San Gimignano oder Siena gibt es sie.

Italienblog ohne Italia?

Tatsächlich bin ich geistig und schreiberisch ständig in Italien, wenn man es genau betrachtet. In knapp zwei Wochen bekomme ich vom Gmeiner Verlag mein lektoriertes Manuskript zurück und dann geht es mal um meinen eigenen Text, den ich nochmals intensiv überarbeiten muss, bevor er dann mit Titel, Cover, Klappentext & Co versorgt wird. Dazu möchte ich ja unbedingt nach Florenz, um neue Videos und Fotos zu machen.

Es gibt sogar schon eine eigene Pageflow-Seite für meinen historischen Florenz-Roman, der im Juli 2021 erscheint. Ach, einerseits läuft die Zeit so schnell, andererseits kann ich es kaum erwarten, diesen Moment zu feiern und zu genießen. Und dann heißt es Geduld haben, die ersten Reaktionen meiner Leser und Leserinnen abzuwarten und durchzuatmen. Schließlich bin ich längst an neuen Projekten dran bzw. liegen die bereits der Literaturagentur vor. Also bleibt mir Italien immer treu.

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Filippo Brunelleschi – mein echter Held im historischen Florenz-Roman (ab 14.7.2021 bei Gmeiner Verlag)

Schöne Momente genießen

Ich möchte zur Feier des Tages einfach meine Liebe zu Italien weiterschenken und hier einige Aufnahmen vorstellen, die mir sehr am Herzen liegen. Kalabrien geriet kürzlich wieder in die Schlagzeilen wegen der Verfilmung mit Ferch wegen der brutalen Duisburg-Morde. Thema der Schlagzeilen war aber nicht nur die Ndrangheta, sondern auch das leidige Thema Müll, der auf der Straße herumliegt.

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Heimfahrt von den Äolischen Inseln …

Wer das liest und Kalabrien nicht kennt, glaubt, er ist in einer Müllhalde unterwegs. Tatsache ist jedoch, dass man solche Regionen auch in Österreich oder Deutschland entdecken könnte, vielleicht weiter entfernt als unmittelbar in einem kleinen kalabrischen Dorf, aber Städte wie Tropea zum Beispiel oder Gerace achten auf ihre Vorbildwirkung in puncto Mülltrennung.

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Tropea, die Perle Kalabriens …

Wen wundert es dann, wenn sich manche Klischees halten wie Pech? Mich regt das richtig auf. Als würden alle Kalabresen ihren Müll einfach vor der Haustür entsorgen! Non niente! Und damit basta! Lieber mal hinter die Kulissen schauen und sich ein Bild vom Leben machen, bevor man Klischees bedient.

Kreuzfahrtschiffe in Venedig

Auch dieses Thema ist weiterhin präsent in meiner Agenda. Aus der Serenissima läuft noch kein Schiff aus, aber in anderen Destinationen merkt man, dass die Nachfrage steigt. Sogar ohne Landgang boomen solche Kreuzfahrten, denn viele vermissen das Ambiente, das Urlaubsgefühl …

In Autorenkreisen führen wir übrigens seit einiger Zeit die heiße Diskussion, ob man das Tragen von Masken in seinen Büchern mitnimmt oder nicht. Bisher habe ich mich geweigert, aber irgendwann wird es wohl doch Thema sein.

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Umweltschutz sieht wohl anders aus. Viele Kreuzfahrtschiffe sind von der Umrüstung auf LNG und Scrubber weit entfernt.

Wer hätte geahnt, dass das Jahr so heftig weiterverläuft, als in Venetien und der Lombardei die ersten Krankheitsfälle bekannt wurden? Ich ahnte etwas, aber ich hätte nicht gedacht, dass diese letzten Monate so heftig werden für alle Wirtschaftszweige, für uns Menschen, für die Beziehung, unser Bankkonto – unsere Lebenspläne und das Gefühl, unbesiegbar zu sein.

Happy Anniversario primo mio blog di Italia!

Cin Cin! Auf Italien, auf meine lieben Freunde dort, auf neue Bekanntschaften, die mir viel über Land und Leute verraten und vor allem Cin Cin, meine lieben Blogleser, die ihr regelmäßig reinliest oder meinen Blog sogar schon weiterempfiehlt!

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Bella Amore Mio – der Italien-Blog für alle, die Italien lieben (und Romane aus Bella Italia)

Ich bedanke mich herzlich für euer wachsendes Interesse und lade euch weiterhin herzlich ein, mir zu folgen, wenn es heißt “Andiamo da Italia!”

Ich hoffe, ihr stoßt mit mir auf den anniversario primo an. Mit Aperol sprizz, Limoncello, Grappa oder einem Sekt, egal was! Lasst uns feiern und diesen Augenblick genießen, von unseren schönsten Momenten in Italien träumen und hoffen, dass wir bald wieder dort sind! Bis dahin – Buona settimana!

Ciao Manu
Autorin und Bloggerin aus Leidenschaft, die Euch gerne auf ihren Recherche-Reisen quer durch Italien mitnimmt!

10 Gründe, warum Venedig für mich als Autorin eine Schatzkiste ist

10 Gründe, warum Venedig für mich als Autorin eine Schatzkiste ist

In die Wellen der Geschichte eintauchen … Da üben Städte wie Venedig oder Florenz auf mich eine magische Anziehungskraft aus. Außerdem liebe ich diese verwinkelten Gassen, die largos und piazzi, in denen sich Stille und Leben abwechseln. Es fällt mir schwer zu sagen, ich liebe Venedig mehr als Tropea, Florenz mehr als Siena. Das wäre unfair, aber in manchen Punkten nimmt Venedig einen besonderen Platz in meinem Herzen ein.

1. Der Zauber der Serenissima

Immer, wenn ich nach Venedig reise, bin ich schon auf den letzten Kilometern unruhig. Vom Flugzeug aus wirken die Inseln und Kanäle, die sich weit über die Lagune erstrecken, magisch. Ich könnte dort oben stundenlang Kreise ziehen, aber auch im Zugabteil wechsele ich spätestens nach Mestre auf die rechte Seite, um mich festzusaugen. Endlich wieder in Venedig. Das Hochgefühl ist wirklich körperlich messbar, denke ich.

Dann stehst du endlich wieder vor dem Bahnhof und hast den Canal Grande vor dir! Venedig pur! Mit allen Sonnen- und Schattenseiten, aber wie gesagt, endlich wieder das brackige Wasser in der Nase, die vielen Menschen und dennoch bin ich in diesem Moment unsagbar glücklich.

2. Der Canal Grande

Das nächste Highlight nach der Ankunft ist die Fahrt mit dem Vaporetto über den berühmten Canal Grande. Nachdem ich die ersten negativen Seiten verdaut habe (massenhaft Menschen um dich herum, Koffer verstaut), kann ich mich endlich entspannen und zum gefühlt 1000. Mal bewundere ich einen Palazzo nach dem anderen. Was hat sich verändert?

Wo zeigen sich Fortschritte bei der Renovierung oder welcher dieser herrlichen Patrizierspaläste ist noch mehr verfallen als beim letzten Mal? Das tut mir in der Seele weh, aber ich verdränge diesen Gedanken. Zumindest beim Wiedersehen möchte ich die Fahrt genießen, unter der Rialto Brücke durchgleiten und die Augen schließen.

3. Palazzo Ducale – mein heimlicher Geliebter

Schon von weitem empfängt er mich mit einem strahlenden Lächeln, mein geliebter Palazzo Ducale. Hier begann eigentlich mein Leben als Autorin. Mein Roman “Nebel über dem Canal Grande” erzählt von der Liebe der Dogentochter Isabella zu einem Glasbläser. Eine Liebe, die unmöglich scheint. Damals durfte man noch die Wandelgänge im oberen Stockwerk betreten. Es waren einzigartige Eindrücke, die ich bei meiner Recherche vor Ort sammeln konnte. Einmal fühlte ich mich selbst wie Isabella, die für ihre Liebe kämpfte.

Ein Schauer glitt auch über meinen Rücken, als ich bei der “geheimen Führung” durch die verborgenen Gänge im Dogenpalast in der Folterkammer stand. Die Szenen in meinem Buch wurden wieder lebendig und wahrscheinlich haben sich ein paar Besucher gewundert über meinen Gefühlsausbruch. Wer jedoch anschließend durch Zufall auf meinen historischen Roman über die Geschichte der Glasbläser gestoßen war, erinnerte sich vielleicht an mich.

4. Piazza San Marco und Basilika San Marco

Einer der beliebtesten Plätze Venedigs, das Schaufenster für das alljährliche Spektakel des Carnival di Venezia. In den Herbst- und Wintermonaten gerät der belebte Platz mit wiederholten Überschwemmungen, dem Aqua Alta, in die Schlagzeilen. “Venedig versinkt!” Ja, tatsächlich ist diese Behauptung nicht aus der Luft gegriffen, aber oftmals werden die Überschwemmungen auch von Einflüssen wie Wind, Vollmond und Gezeiten beeinflusst. Tagsüber flanieren hier viele Touristen, kaufen Souvenirs oder stöhnen über die Preise im berühmten Cafe “Florian”. Drinsitzen oder zumindest ein Selfie machen will aber dennoch jeder. Es gibt allerdings auch ruhigere Ecken auf der Piazza, an denen man sich sein eigenes Bild über die Piazza San Marco machen kann.

Die Basilika San Marco ist neben dem Palazzo Ducale und dem Glockenturm, dem Campanile, eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten der Serenissima. Wer auf die Empore will, von wo aus sich ein atemberaubender Blick über die Piazza und das Markusbecken bietet, muss extra zahlen. Auch lohnt es sich, vorab Online-Tickets zu kaufen, um den immensen Warteschlangen zu entgehen.

5. Arsenale – das geheime Machtzentrum des 15. Jahrhunderts

Leider kommt man in die alte Schiffswerft nur im Rahmen der Biennale hinein. Wenn du deinen Aufenthalt zeitlich gut abstimmst, ist es sicher kein Fehler, denn die arkadenartigen Hallen sind sehenswert. Hier wurde wohl der Grundstein für die immense Stärke der einstigen Seefahrernation gelegt. Einige Exponate, Pläne und Schiffe kannst du im Marine Museum, dem museo storico navala, in der Nähe besichtigen.

Besonders das Bucintoro, das prachtvolle Schiff des Dogen, ist eines der Highlights der liebevoll gestalteten Ausstellung in den kühlen Hallen. Heute kann man sich kaum vorstellen, wie eifrig im Arsenale gearbeitet wurde und in welch atemberaubendem Tempo die Schiffe hergestellt wurden. Quellen zufolge bauten die Arsenalotti im 16. Jahrhundert in 14 Tagen 100 der venezianischen Galeeren.

6. Lido – Perfekt zum Entspannen und Übernachten

Früher hatte ich mich schlichtweg geweigert, zum Lido überzusetzen. Bis ich merkte, dass die Hotels dort preislich deutlich günstiger sind und die Überfahrt nach Venedig nur wenige Minuten dauert. Außerdem ist es wesentlich entspannter, am Abreisetag direkt mit dem Vaporetto 4.1. zur Piazzale Roma zu fahren als die normale Route über den Canal Grande zu wählen. Erstens schneller, zweitens weniger Gedränge (nicht immer, wie ich letztens leidvoll erkannte!).

Der Lido ist für mich Entspannung pur. Nach den hektischen Tagen der Recherche und Besichtigungen innerhalb des historischen Stadtzentrums von Venedig finde ich am Lido dann die Ruhe, meine Eindrücke sacken zu lassen. Ich genieße die langen Spaziergänge am weitläufigen Sandstrand und frage mich, wer wohl in den riesigen Hotels wohnt, die den Strand säumen.

Lido di Venezia, – Der berühmte Lido war für mich idyllisch ruhig nach aufregenden Stunden in Venedig.

7. Burano, Murano, San Michele und Torcello

Eigentlich ist es unfair, diese Inseln in einem kurzen Absatz zu beschreiben. Da kommt noch mehr, versprochen. Murano ist die Glasbläserinsel. Zumindest nach dem Edikt im 13. Jahrhundert wurden die Glasbläser auf Murano verbannt. Ein Grund war die hohe Brandgefahr, aber es bot sich auch an, um das Geheimnis der Glasbläserkunst zu schützen. Geholfen hat es nicht ganz, denn es gab genug Spione und auch die Glasbläser waren nicht alle abgeneigt, ihr Wissen gegen bare Münze zu teilen.

Wenn du die Spitzenkunst magst, bist du auf Burano genau richtig. In manchen Geschäften findest du eine unglaublich große Auswahl an Produkten, die mit dieser edlen Spitze geschmückt sind. Elegante Umhängetücher, Schirme und Blusen, sogar Babylätzchen und Kinderkleidung werden mit der berühmten Burano-Spitze veredelt. Wie schwierig und anstrengend diese Arbeit ist, zeigt das Spitzenmuseum in Burano, das Museo del merletto. Ein Video im Eingangsbereich erklärt die wichtigsten Techniken und geht auf die Geschichte dieser Kunst genauer ein. Ich will nicht wissen, wie viele Frauen auf den engen Holzbänken saßen und arbeiteten. Das Handwerk droht auszusterben, sodass es eine interessante Initiative gibt, ein Revival zu feiern. In einigen Geschäften kannst du in der Galerie die kostbarsten Stücke bewundern.

Wer sich diese Kunst näher erklären lässt, versteht die Preise besser …

San Michele, die Friedhofsinsel, ist einer meiner wichtigsten Schauplätze des aktuellen Venedig-Thrillers. Besonders kurz vor dem Schließen lohnt sich ein Besuch, denn die untergehende Sonne sorgt für eine besonders romantische Stimmung und tolle Aufnahmen. Durch die überschaubare Größe Venedigs wurden die Toten ab 1805 außerhalb Venedigs beerdigt.

Im Norden der venezianischen Lagune liegt Torcello, auch bekannt als laguna morta. Der Begriff “tote Lagune” leitet sich vom Umstand ab, dass man auf Torcella nichts von den Gezeiten bemerkt, die das Leben in Venedig und auf den anderen Inseln der Lagune beeinflussen.

8. Insel San Giorgio

Ein Kleinod Venedigs, das oftmals nicht beachtet wird, ist San Giorgio. Vom 75 Meter hohen Campanile hast du ein herrliches Panorama über die Lagune. Von oben kann man gut die mit dicken Pfählen ausgesteckten Wasserstraßen erstrecken. Was an Bord oft als Chaos gewertet wird, entpuppt sich aus dieser Perspektive einem unsichtbaren Wegweiser für die gesamte Schifffahrt in der Serenissima und den umliegenden Inseln bis zum Festland. Übrigens ist der Ansturm auf den Campanile hier deutlich geringer als am Campanile auf der Piazza San Marco, und preislich auch günstiger.

Eine der eindrucksvollsten Treppen, die ich jemals gesehen habe

Sehenswert ist die Kirche Chiesa di San Giorgio, nach einem Entwurf von Andrea Palladio. Über diesen berühmten Architekten, der für eine Vielzahl von Villen und anderen Profanbauten in Venetien sowie der Toskana verantwortlich ist, schwebt mir eine neue Idee zu einem historischen Roman vor. Seine Entwürfe solltest du mit eigenen Augen erleben, dann werden sie dich wie mich begeistern. Auf der Tour kommst du in den Genuss, diese einzigartigen Säulen und Kreuzgänge zu bewundern. Außerdem geht es in die Fondazione Giorgio Cini, über die Große Treppe von Longhena und in die Nuova Manica Lunga-Bibliothek. Sehenswert!

9. Die Palazzi Venedigs

Dass die Palazzi erst an dieser Stelle kommen, ist willkürlich! Natürlich sind sie, jeder einzelne, der wahre Star in der Serenissima. Die Preise für so einen alten Palast klingen astronomisch, aber wahrscheinlich ist das noch der geringere Preis. Die Instandhaltung sowie die Heizkosten sind nicht zu unterschätzen. Wie schön und faszinierend auch die Villen außerhalb der Stadt sein können, davon könnt ihr euch selbst überzeugen. Immer wieder veröffentliche ich auch Interviews und da hab ich mir einen ganz besonderen Interviewpartner gewünscht. Wer könnte die morbide Schönheit Italiens am besten einfangen, wenn nicht ein professioneller Fotograf, der unsere Leidenschaft für Italien und seine Kunstschätze teilt?

Mein Tipp: Besuch auch Ausstellungen, die dich mitunter weniger interessieren. Dafür genießt du den Aufenthalt in einem Palazzo, der eigens für manche Ausstellungsräume renoviert wurde und du gewinnst weitere Eindrücke der alten Bautechniken und architektonischen Stile Venedigs. Ich liebe diese Angebote inzwischen sehr und vergesse dann völlig die Zeit bei meinen Streifzügen.

Jeder Palazzo sticht durch besondere Details heraus – welche Geschichte verbirgt sich wohl dahinter?

10. Venedig bei Nacht

Es muss nicht zwangsläufig eine Gondelfahrt sein, um dem nächtlichen Zauber Venedigs zu erliegen. Abends wirken die engen Gassen noch atmosphärischer, düsterer, geheimnisvoll. In diesen Stunden erwachen meine schreiberischen Impulse. Ich wittere Intrigen, Affären und versteckte Arrangements an allen Ecken, während ich über einsame Brücken gehe oder ausgestorbene largos bestaune. Die Stille kann mitunter bedrückend wirken und zugegeben, ich bin nicht in jedem Viertel zu nächtlicher Stunde unterwegs.

Das Treiben am Carnivale wäre verlockend, aber es macht keinen Spaß, sich von Gasse zu Gasse mitreißen zu lassen. Kurz vor Weihnachten zeigt sich Venedig in einer düsteren, nebeligen Stimmung. Die Weihnachtsmärkte hier sind ebenso mit manchem Kitsch überzogen, aber es ist eine neue Erfahrung für mich gewesen.

Welchen Tipp hast du für Venedig?

Wo ist dein Lieblingsplatz in Venedig? Fern der überfüllten Gassen, in ruhigen Hinterhöfen oder abseits gelegenen Sestriere gibt es manch idyllischen Ort, den es zu entdecken gilt. Verrate mir doch gern, welche Empfehlung du für einen Trip nach Venedig hast!

Ciao Manu
Autorin und Bloggerin aus Leidenschaft, die Euch gerne auf ihren Recherche-Reisen quer durch Italien mitnimmt!

Ich hab es endlich getan!

Nachdem ich seit Monaten und länger davon rede, meldete ich mich endlich zum Italienisch-Kurs an. Nachdem jegliche Versuche mit Selbstlern-Sets und Babbel gescheitert sind und ich bei der nächsten Italien-Reise nicht wieder hilflos mit fehlerhaften Wörtern jonglieren möchte, vertraue ich mich einer netten Dame an der VHS an. Ich freu mich auf den Kurs-Start. Ich will mehr als “Solo con Giotto” sagen können. 😉

Schon bei meinen Reisen durch Kalabrien merkte ich, dass auch wenige Wörter von manchen Einheimischen durchaus positiv gewertet werden. Von daher wollte ich unbedingt endlich die Sprache können. Außerdem macht es durchaus Sinn, sich selbst verständigen zu können. Das verschafft mir neue Erkenntnisse auf meinen Recherche-Reisen und verspricht jede Menge Spaß. Nicht wegen Nek oder Eros, ehrlich nicht, Italienisch ist eine wunderschöne Sprache. Zugegeben, bei dem Redeschwall mancher Italiener muss ich fix passen, aber wer erinnert sich nicht an diese legendäre Szene mit Sophia Loren? War doch herrlich, dieses “Ich-spreche-ohne-Pause-und-zieh-das-noch-ein-paar-Minuten-durch”-Fiasko, wo die sprichwörtliche Leidenschaft der Italiener ziemlich überzeugend und anschaulich gezeigt wurde.

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Schon als Kind verlor ich mich im Fabulieren und dem Spiel mit Wörtern.

Bis ich erkannte, dass Schreiben meine wahre Leidenschaft ist.

Manchmal ist es ein Fluch, manchmal ein Segen.

Italiener haben einfach mehr Temperament!

Der Mann einer Freundin ist Italiener und – wow, der hat auch Temperament. Es klingt manchmal skurril und beängstigend, wenn er herumtobt und mit seinen Händen herumfuchtelt. Wer versteht, dass es lediglich um den Müll geht, atmet jetzt entspannt durch. Wer es jedoch nicht weiß, weil er nichts versteht, der ergreift schlichtweg die Flucht. Vielleicht ist das ein weiterer Grund, warum ich mich endlich entschlossen habe, meinem kaum vorhandenen Sprachschatz auf die Sprünge zu helfen.

Ich bin ein sehr romantischer Mensch und gebe gerne zu, dass mich die Liebesschnulzen von Al Bano und seiner wunderschönen Ex-Frau Romina auch heute noch zu Tränen rühren. Warum auch nicht? Ist nicht gerade Italien der perfekte Schauplatz für dramatische Liebesgeschichten voller Leidenschaft und Herzschmerz? Darum spielen ja auch meine Romane an solchen Orten. Dazu das traumhafte Panorama, ein bisschen Meer und der verführerische Duft von Orangen oder Oleander – die perfekte Kulisse, um sich zu entspannen und dem stressigen Alltag Ade zu sagen.

Oder gehörst du auch zu den LeserInnen, die in den stürmischen Herbsttagen oder im tiefsten Winter nach einem Roman greifen, der sie in wärmere Gefilde entführt? Ertappt! Und perfekt! Dann wirst du meine Bücher hoffentlich so sehr ins Herz schließen wie den Golf von Neapel oder die romantische Kulisse der Serenissima!

Romantische Liebesromane mit Italien-Flair boomen!

Ich will mich aber nicht an Trends hängen, sondern meine eigenen Geschichten erzählen! Anders, als sich das viele vorstellen, setzt man sich nicht einfach an den Laptop und fängt an zu schreiben. Die Figuren, die in meinen Romanen vorkommen, begleiten mich durch den Tag. Natürlich sitzen sie nicht wortwörtlich neben mir, aber es passierte oft genug, dass sie die Regie übernahmen und mein geplanter Roman plötzlich eine ganz andere Richtung nahm.

Um einen Roman erfolgreich zu schreiben, braucht es viel Energie und Motivation. Und noch mehr Ideen, wie denn die Figuren – jede für sich – ticken, was sie lieben und hassen, welchen Job sie ausüben und warum sie gerade das tun, was sie laut Plot eben nicht tun sollten.

Das macht das Schreiben einerseits sehr spannend, aber an manchen Tagen auch sehr aufwühlend. Auch erfahrene Autoren halten sich nicht immer an das Skript und in den meisten Fällen gewinnt das Manuskript durch die spontanen Einfälle. Kürzlich las ich, dass es gar nicht so wirklich spontane Heureka-Momente sind, die wir Autoren erleben. Tatsächlich habe ich den Kopf voller Ideen, Anmerkungen und Korrekturen. Das verwebt sich miteinander und mancher Funke fügt alles perfekt zusammen, aber tatsächlich trug ich mich mit dem Gedanken einer Änderung schon länger.

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Zwischendurch gönnt man sich einfach eine Auszeit – Gelato, grazie mille!

Früher habe ich meist los geschrieben, voller Sehnsucht, endlich die ersten Seiten aufs Papier zu bringen. Das Ergebnis war dann oftmals so, dass mir nach diesen ersten Ergüssen die Ideen ausgingen, wie es eigentlich weitergehen soll. Ich war durch und durch Bauchschreiber. Plotten, also das Entwickeln vom Ablauf einer Geschichte und den einzelnen Szenen, verabscheute ich zutiefst. In meiner Autorengruppe brach ich deshalb sogar mal frustriert die Zusammenarbeit mit einem der besten Agenten Deutschlands ab. Ich brachte es nicht fertig, mich durch ein Plotgerüst knechten zu müssen!

Heute ärgere ich mich, diese einzigartige Chance vertan zu haben. Aber okay, das war ein wichtiger Lernprozess, denn während mein historischer Florenz-Roman gerade durch die Hände meiner Literaturagentur vermittelt wird, setzte sich ein eigenartiger, fremder Prozess in Gange. In Kalabrien begann das Drama. Ich hatte den Wunsch, hier eine Geschichte zu beginnen, aber nicht immer springt mich ein Fakt sofort an.

Was geschah mit mir in Kalabrien?

Tatsächlich hatte ich zum ersten Mal in meinem Autorenleben den unverständlichen Wunsch, nach Plan vorzugehen. Die Schneeflockenmethode erschien mir ideal und tatsächlich gelang es mir mit dieser sensationellen Methode aus einer vagen Idee soviel Power zu entwickeln, dass ich inzwischen weit über die erhofften drei Bände für eine Trilogie hinausgeschossen bin. Das Entwickeln von Szenen machte so viel Spaß, dass ich gar nicht mehr aufhören konnte.

Es entstand ein Expose, und dann noch eines für den Folgeband und noch eines. Dutzende Szenen, manche schrieb ich in meinem Lieblingscafé in Tropea, manche während einer Bootstour zum Capo Vaticano und einige im Flugzeug, unter Tränen.

Ich weiß nicht, ob Kalabrien mit dieser Veränderung zu tun hat oder ob es einfach Zufall war, dass mich das Sprungbrett auf die Plotschreiber-Seite gehievt hatte. Beim Schreiben bin ich nun gespannt, ob ich tatsächlich die erhoffte Ruhe finde, da ich ja nun die absolute Freiheit habe, Szene für Szene zu schreiben, ohne zu überlegen, wie es weitergeht.

Diese Freude am Entwickeln hörte aber bei den Szenen nicht auf. Durch die mehrbändige Bella Calabria – Reihe brauchte es natürlich auch ein deutliches Plus an Charakteren und hier bot mir Kalabrien eine Fülle an Ideen. Manche sind skurril, manche zum Verlieben. Jede Figur hat seine dunklen und sonnigen Seiten, aber sie füllten die Szenen mit unverhofften Wendungen und Entdeckungen.

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Ich verrate nicht, welche Szene hier entstanden ist …

Hast du Lust, einen Charakter zu taufen oder zu erfinden?

Ich bin noch auf der Suche nach Nebenfiguren und möchte ein kleines Experiment starten. Mach doch mit: Entwerfe einen Charakter, den ich in einem der Bella Calabria – Bände einbinden kann. Sobald das Buch veröffentlicht ist, bekommst du ein persönliches Exemplar mit Widmung. Natürlich ist dieses Angebot begrenzt. Die ersten FÜNF, deren Vorschlag ich annehme, dürfen sich über einen Roman aus der Bella Calabria – Reihe freuen!

Tipps zum Entwerfen eines Nebencharakters, der es ins Buch schafft und mich begeistert:

  • Name und Alter
  • Beruf
  • größte Niederlage
  • dunkles Geheimnis oder Herzenswunsch
  • Aussehen

Sei dabei: Dein Figurenvorschlag in einem meiner nächsten Bella Calabria – Romane!

Schick also rasch deine Idee und sichere dir deinen Platz. Ich bin schon sehr gespannt und werde in meinem Blog über die Fortschritte berichten. Vielleicht hast du selbst schon mal mit dem Gedanken gespielt zu schreiben? Ich freue mich über deinen Kommentar oder eine Frage rund ums Schreiben.

Ciao Manu
Autorin und Bloggerin aus Leidenschaft, die Euch gerne auf ihren Recherche-Reisen quer durch Italien mitnimmt!

Autorin – Der schönste Beruf der Welt?!

Autorin – Der schönste Beruf der Welt?!

Ja und nein. Wenn ich unterwegs bin, Land und Leute kennenlerne, fotografiere und die ersten Szenen auf Reisen entwickle, will ich mit niemandem auf der Welt tauschen. Der Satz “Ich bin Autorin. Ich recherchiere …” öffnet an manchen Orten verschlossene Türen und das ist dieser Moment, wo ich mich überglücklich schätzen darf, Bücher zu schreiben.

Doch es gibt wie in jedem anderen Beruf auch Schattenseiten. Wie viele meiner Kollegen und Kolleginnen sitze ich fern der Schauplätze allein in meinem Kämmerchen und schreibe. Die Angst vor dem weißen Blatt Papier kenne ich, aber sie hat mich in den letzten Monaten zum Glück verschont. Aber es ist manchmal nicht so rosig und schillernd, wenn man Seiten über Seiten schreibt und seine Selbstzweifel aussperren sollte. Wenn man das Manuskript endlich abschließen möchte und sich fragt, ist es gut genug? Sollte ich nicht da und dort noch …

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Blog und Romane – Beides bereitet mir große Freude!

Wenn erfolgreiche KollegInnen dir Mut zusprechen …

Meine Literaturagentin ist insbesondere in solchen Phasen sehr wichtig. Sie kennt die Ängste ihrer Schäfchen und kann sie zumindest zerstreuen. Dann helfen auch die Kontakte mit vertrauten Autorenkolleginnen, die die Ungeduld kennen, mit der man auf Feedback von Lektoren und der Agentin wartet. Schreib einfach was anderes weiter! Leichter gesagt als getan, denn gedanklich löst man sich nicht binnen Tagen oder Wochen aus einem Projekt, das man über einen langen Zeitraum wie sein Baby behütet hat.

Ich hadere speziell, weil ich irgendwie die Bestätigung suche, historischer Roman Florenz hat endlich seinen Verlag gefunden – nun kann ich mich auf den venezianischen Thriller voll und ganz konzentrieren, während die Plotarbeit am Bella Calabria Projekt stückchenweise wächst. So arbeite ich. Die Vielseitigkeit ist manchmal ein Fluch, aber oftmals auch ein Segen. Gerade in entscheidenden Momenten brauche ich dieses spontane Wechseln zwischen Projekten, den Abstand. Und eben das gegenseitige Motivieren im Kollegenkreis.

Bücher schreiben – Gratwanderung zwischen Fiktion und Realität

Ja, ich bin mit Leib und Seele Autorin. Es öffnet Türen, die anderen verschlossen bleiben und führt an Orte, an denen die Geschichte so spürbar ist, dass es einem kalt über den Rücken läuft. DAS sind die Momente, in denen ich aufblühe und innerlich triumphiere, wenn sich mögliche Wendungen oder Charaktere als Glücksgriff erweisen, die zu neuen Höhenflügen antreiben. Wo sonst laufe ich Gefahr, dass mein Zeugenschutz auffliegt oder ich nächstens durch den Dogenpalast spaziere? Manchmal denke ich, es ist kein Zufall, dass es mich dorthin gebracht hat, wo ich bin und ob ich nicht mal eine Rückführung in vergangene Leben machen sollte.

Immer mehr beschäftigt mich der Wunsch, zu erfahren, ob meine besondere Leidenschaft für Mittelalter und Renaissance nicht ohne Grund meine Locations extrem beeinflussen. Irgendwann werde ich auch das herausfinden, bis dahin folge ich meinen Protagonisten und hoffe, dass es mir im Lauf der Zeit leichter fällt, sie loszulassen und ihren Weg zur Leserschaft allein zu finden. Und, ja, manchmal entpuppt sich ein männlicher Held als der Traummann schlechthin, auch wenn er nur auf dem Papier “lebt”.

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Flow = Wenn die Finger wie von Zauberhand über die Tastatur gleiten

Komme ich in deinen Büchern vor?

Mein Lebensgefährte macht sich manchmal Sorgen, ob das eine oder andere Detail nicht in meine Manuskripte wandert. Ich versichere ihm, dass er sich entspannen kann. Er hat allerdings extrem großen Anteil daran, dass ich nach einer langen Durststrecke wieder zum Schreiben gefunden habe. Bei unserem Kennenlernen war er fasziniert davon, dass ich schreibe. Aber ich war “trockene Schreiberin”.

Davon erzählen, schwärmen und von halb fertigen Manuskripten in meiner Lade konnte ich ihm stundenlang berichten, aber geschrieben hatte ich zu der Zeit nichts. Das Texten für Kunden war mein Schwerpunkt geworden. Erst durch die Unterstützung und sanfte Drängelei meines Seelenverwandten fing ich endlich wieder an, nicht mehr davon zu reden, sondern es auch zu tun: Schreiben.

Mein persönliches Fazit zu der Eingangsfrage: Ja! Ohne Schreiben kann ich nicht. Am liebsten während des Reisens und auf Recherche, aber ich kann mir mein Leben nicht ohne dieser kreativen Arbeit vorstellen. Außerdem gibt es noch so viele Orte, die ich vor allem schreiberisch entdecken möchte und die perfekt sind, um meine Geschichten zu transportieren.

Ich hoffe, ich konnte dir einen kleinen Eindruck vermitteln, warum Schriftstellerei der schönste Beruf ist. Wenn dir der Beitrag gefallen hat, teile ihn gerne!

Ciao Manu
Autorin und Bloggerin aus Leidenschaft, die Euch gerne auf ihren Recherche-Reisen quer durch Italien mitnimmt!