Costa degli dei, ich komme!

Strand, Sonne, Meer - ciao bella italia

Meine neue Romanreihe mit dem Arbeitstitel Bella Calabria begann mit einem Foto. Vielleicht, weil ich die Palazzi in Venedig so liebe, war es mit Tropea Liebe auf den ersten Blick. Da will ich unbedingt hin! Am besten sofort. Tatsächlich sollte es noch einige Monate dauern, bis ich mir diesen Traum erfüllte. Im Gepäck große Hoffnungen und Erwartungen, bestimmte Vorstellungen und Gerüchte über die Ndrangheta, brodelnde Vulkane und eine rege Erdbebenaktivität.

Anreise zur Küste der Götter

Also reiste ich ganz “entspannt” an. Beim Anflug auf Lamezia Terme sah ich leider nicht mehr viel, denn es war dunkel. Die warme Luft Kalabriens empfing mich – und jede Menge Regen. Hurra, so stell ich mir den Süden Italiens vor! Es ging im klapprigen Reisebus über enge Kurven, dunkle Dörfer und Straßen an die Costa Degli Dei in das wunderschöne, gleichnamige Hotelresort. Eine üppige Vegetation, süße Bungalows, mir ging das Herz auf nach meiner Ankunft. Der Balkon in meinem Zimmer schenkte mir einen herrlichen Blick auf das Meer und Palmen. Am nächsten Morgen übrigens mit Sonnenschein. Also genau so, wie man sich bella italia eigentlich vorstellt. Erst später erfuhr ich und merkte ich am eigenen Leib, dass die kurzen Shorts und Shirts im Koffer bleiben könnten. Auch hier in Kalabrien spürt man die Wetterkapriolen und so verwandelte sich meine Klimaanlage in eine Heizung.

Strand, Sonne, Meer - ciao bella italia
Italien – da gehören Sonne, Strand und Gelato dazu!

Am nächsten Tag ging es mit dem Rundreiseprogramm los und ich sah den Strand meist nur aus der Ferne. Doch irgendwann war es dann soweit. Mit dem Shuttlebus ging es über enge Serpentinen hinunter zum hoteleigenen Strand. Wow! Aber ihr seht es ja selbst. Diese weitläufige weiße Sandstrand und die Sonne, Leben, du hast mich wieder! Ich liebe das Meer. Ob mit Schreiben oder ohne. Am Strand bin ich ein anderer Mensch. Ich spüre die Meeresbrise, das Salz auf meiner Haut und kann nicht genug davon bekommen. Da ich jedoch im Mai in Kalabrien war, zeigte sich das Meer von seiner kühlen Seite. Da wir tagtäglich on tour waren, war mein Kopf so voll von Eindrücken, dass abends nicht genug Energie zum Schreiben und Plotten blieb. Ideen, Geistesblitze, Notizen von Besichtigungen und viele, viele Fotos und Videos, mit denen ich daheim alle beglückte, die sich nicht rechtzeitig auf WhatsApp davon befreien konnten.

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Eindrücke vor Ort sammeln

Da ich nicht weiß, welche Aufnahmen ich später mal als regionales Detail brauchen kann, wird ziemlich viel fotografiert und gefilmt. Viele dieser Fotos und manche Videos findet ihr dann natürlich auch hier in meinen Blog-Beiträgen über Venedig, Florenz sowie Siena oder Kalabrien. Über die Schwerpunkte meiner Bücher gibt es der Einfachheit halber einzelne Beiträge, da die Themen, die den Buchideen zugrunde liegen, ihren Platz verdient haben.

Die bizarre Landschaft auf der Insel Stromboli zog mich in den Bann.

Und noch etwas hat mich in Kalabrien gänzlich in den Bann gezogen: Der Vulkan Stromboli. Leider hatte er sich beim Ausflug etwas zurückgehalten, sodass ich nur Mini-Ausbrüche fotografieren konnte. Der heftige Ausbruch vom 3. Juli 2019 sorgte für große Aufregung. Trotz meiner Faszination und Ehrfurcht schwingt auch Sorge mit, weil ich kann mir gut vorstellen, dass es für Tagestouristen ein angstauslösendes Ereignis gewesen ist. Gerade eben bekam ich eine längere Instagram-Message von einem netten Herrn, der sich bereit erklärt hatte, mir seine Eindrücke zu schildern: Unglaublich, was da an Zerstörungskraft dahintersteckt. Selbst die Wissenschaftler waren ja von der Kraft der Eruption und dem herausgeschleuderten Material überrascht .

Erst kürzlich sah ich dann mehrere Dokus über Vulkanismus. Trotz engmaschiger Überwachung und High-Tech-Messgeräten ist die Natur unberechenbar. Also, eine Vorwarnung wird nicht so einfach sein im Ernstfall. Was spannend ist, weil ich in den nächsten Monaten an den Golf von Sorrent reise und dem Vesuv einen Besuch abstatten möchte. Neapel hat einen Evakuierungsplan, der je nach Wohnlage ausgeklügelt ist und einen fixen Plan zur Ausfahrt aus bella napoli vorgibt. Die Experten vor Ort räumen jedoch ein, dass der Plan gut ist, aber wenn der Vulkan ausbricht, wird sich kaum jemand darum kümmern, ob er in der richtigen Zeit- bzw. Wohnzone ist.

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Der Besuch des Stromboli war ein unvergessliches Erlebnis – Wochen später brach er aus …

Tropea: Die Perle Kalabriens

Aber momentan bin ich mit dem Stromboli völlig ausgelastet. Es ist immer wieder ein schöner Moment, wenn ich in Tropea in einem meiner Lieblingslokale sitze und im Dunst der Sonne sich sanft die Umrisse der Äolischen Inseln und Stromboli abzeichnen. In den Tagen, die ich direkt in der Altstadt von Tropea, dem centro storico wohne, gilt tatsächlich mein letzter Blick dem Stromboli.

Tropea ist eine wunderschöne Stadt. Ich liebe es, durch die engen Gassen zu spazieren, ab abends oder tagsüber. Es hat zu jeder Jahreszeit seinen ganz besonderen Reiz. Manche Menschen trifft man immer wieder, denn viele Tropeaner haben keine Arbeit. Der Tourismus in Kalabrien steckt in den Kinderschuhen und manch einer würde das auch gern so belassen. Dabei tut sich einiges in dieser wunderschönen Region im Süden Italiens. Tropeas neuer Bürgermeister hat viele Ideen. Einiges ist bereits umgesetzt wie z.B. eine verständliche Müllentsorgung. Ja, tatsächlich denken viele bei Kalabrien sofort an die Bilder von verschmutzten Straßen, Müllbergen, die von der Mafia illegal entsorgt werden. Natürlich sah ich auch viele Straßen quer durch Kalabrien, die von Müll gesäumt waren, aber es wäre schon viel besser geworden in den letzten Monaten, Jahren.

Sonnenuntergang Tropea - Kalabrien - Bella amore mio - Italien-Blog
Ein romantischer Sonnenuntergang in Tropea

Man sollte sich jedoch als Tourist etwas zurücknehmen, bevor man manchen Zustand in den kalabresischen Dörfern kritisiert. Kalabrien ist die ärmste Region Italiens. Das sieht man erschreckend an den Preisen in einem Supermarkt oder an den vielen Straßenständen, die spottbillig Wassermelonen oder die rote Zwiebel – die Cipolla – anpreisen, für die Tropea berühmt ist. Dass hier kaum Geld aus Rom fließt, ist unschwer zu erkennen und … ganz ehrlich, wohin der Rest von dem Geld hinabstürzt, das mit Tourismus & Co gemacht wird, könnt ihr euch denken … Aber das ist ein anderes Kapitel.

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Bella amore mio – Liebe auf den ersten Blick!

So ergeht es mir jedenfalls. Immer, wenn ich in Italien bin, weiß ich nicht, wohin zuerst schauen und was zuerst bewundern. Bei einem Kurztrip nach Rom hätte ich mir beinahe den Nacken verrissen, weil ich wirklich an dem berühmt berüchtigten “links-rechts-links-rechts-Foto-schießen-Syndrom” litt.

Aber jetzt ihr: Wohin verreist ihr am liebsten, wenn ihr nach Italien wollt? Und vor allem, warum? Postet eure Erfahrungen und Tipps!

Ciao Manu
Autorin und Bloggerin aus Leidenschaft, die Euch gerne auf ihren Recherche-Reisen quer durch Italien mitnimmt!

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