Kreuzfahrtschiffe in Venedig

Kreuzfahrtschiffe in Venedig

18. August 2020 0 By Manuela Tengler

Hm, die Schlagzeilen der letzten Tage verkünden für die Serenissima eine frohe Botschaft: NO Kreuzfahrtschiffe in Venedig. Zumindest bis Ende des Jahres soll dieses Wunder andauern. In anderen Häfen wie Genua sieht die Lage anders aus.

Bleibt die Frage, hat der endlose Kampf der no grande navi-Organisation überhaupt einen Sinn? Nachdem die Luft sich nachweislich verbessert hat, das Wasser im Canal Grande in den letzten Monaten klarer war – da rief niemand mehr nach den Abfahrten der Kreuzfahrtschiffe über den Guidecca Kanal.

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Das Corona-Jahr hat anfangs viel verändert …

Venedig mal anders …

Inzwischen höre ich von vielen Freunden und Blog-Besuchern, sie wären problemlos in Bella Italia unterwegs und ich frage mich, warum bleibe ich eigentlich daheim? Ich seufze, wenn ich etwas von Italien höre, tröste mich abends mit einem Gläschchen Limoncello und könnt heulen …

Ich hasse Corona. Und selbst am Lido, wo die Kreuzfahrtschiffe in Venedig sichtbar vorbeizogen wie leuchtende Diskotheken, werden die Klagen laut, wo bleiben die Touristen? Tja, Touristen ja, Overtourism in Venedig nein? Es ist ein schwieriges Thema, zumal gerade Italien ein Land ist, das von Corona bereits seit März sehr beherrscht wird. Der Tourismus brach gänzlich zusammen. Anders als in Kroatien, wo die Saison doch etwas anlief, sieht man sich in Italien noch weit von einem “normalmente vacanze” ab.

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Ti amo Italia!

Ich will nach Bella Italia!!!

Was also tun? Weiterhoffen, dass irgendwann so etwas wie Normalität zurückkehrt? Aber was ist “normal” für Venedig? Sobald die Kreuzfahrtschiffe in Venedig wieder auslaufen, stürmen Dutzende, Hunderte, Tausende Passagiere die Altstadt und dann geht das Klagen der Venezianer von vorne los. Bleiben die Kreuzfahrttouristen aus, freuen sich die Touristen, die Venedig für ein paar Tage mehr besuchen.

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Doch dank Corona befinden sich vor allem italienische Urlauber am Lido, in der Serenissima oder in Roma. Für viele ist es ein denkwürdiger Urlaub. Meine allerliebste und beste Italiano-Lehrerin genoss die Tage in der Heimat bei ihrer Familie. Für sie war es ungewohnt und schön, ihre Heimatstadt Rom so ungewohnt touristenfrei zu erleben. Aber auch etwas eigenartig, meinte sie.

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Ab 2022 geht der Wahnsinn weiter …

Italia, mia amore!

Eigentlich wollte ich heute einen schönen Blogartikel schreiben, aber irgendwie verschwört sich alles. Nachdem ich letzte Woche keine Chance dazu hatte, wollte ich mich heute ins Zeug legen. Leider dürfte beim Überspielen auf den neuen Laptop mit den Fotos etwas nicht so ganz geklappt haben. Hm, irgendwie … Corona ist an allem schuld. 😉

Auch läuft das Lektorat gut an. Das kostet Zeit, macht aber großen Spaß. Anderen Autoren zu helfen, beflügelt mich auch bei meinen eigenen Projekten sehr. Und dann kommen Ideen, das bedeutet Arbeit. Denken und plotten, kreativ sein und strukturiert arbeiten in einer Zeit, in der man nicht immer die Ruhe findet … in Kalabrien habe ich das geliebt, das Entwickeln von Figuren, neuen Szenen, das Schreiben vor Ort. Aber im heißen Wohnzimmer mit dem Ventilator macht das nur halb so viel Spaß, da hilft auch ein zweites Glas Limoncello nicht wirklich.

Italien sehen … und sterben?

Ich kann es nicht erklären, aber seit den Reisen nach Kalabrien hat sich bei mir ein kleines Steinchen ins Herz genistet. Das Gefühl von unstillbarer Sehnsucht, wenn ich den Stromboli beim Anflug auf Lamezia Terme bewundern kann oder bei einer Fahrt quer durch Rom. Eine Fahrt über den Canal Grande oder ein Spaziergang am Lido, die Vorfreude auf meinen historischen Florenz-Roman am 14. Juli 2021! Ja, genau, endlich gibt es ein konkretes Datum für diese wunderschöne Geschichte rund um die Entstehung der cupola.

Ihr seht, es gibt für mich viele Gründe, nach Italien zu reisen. Und noch jede Menge mehr, aber ihr kennt und liebt Italien wie ich. Wem erzähle ich also von den traurigen Momenten, wenn ich meine Buchungslust zurückstelle und drauf hoffe, dass 2021 ein besseres Jahr zum Reisen wird.

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Wie sah euer Bella Italia-Sommer in diesem Jahr aus? Habt ihr es gewagt, bereut, verschoben? Ich freue mich auf eure Kommentare und wünsch ich wie immer eine – Buona settimana!

Ciao Manu
Autorin und Bloggerin aus Leidenschaft, die Euch gerne auf ihren Recherche-Reisen quer durch Italien mitnimmt!