Bella italia – Ohne Sonne no dolce vita?

Ich mache ja kein Geheimnis draus, dass ich Italien unter anderem deshalb so liebe, weil das Meer immer irgendwo in der Nähe ist. Bella italia! Schon als Kind war ich regelmäßig am Meer im Urlaub. Witzigerweise wollte ich damals nie nach Italien, ich war immer nur in Kroatien – auf einer kleinen, idyllischen Insel. Das hat sich in den letzten Jahren geändert, aber die Liebe zum Meer und den kleinen Inseln ist geblieben.

Allerdings musste ich bei meiner Kalabrien-Tour im Mai feststellen, dass die Sonne manchmal doch ein sehr wesentlicher Faktor ist. Bei der Durchsicht der abertausend Fotos, die bei meinen Reisen entstanden sind, ist es verblüffend gut zu sehen, wie mancher Platz an Charme gewinnt, wenn die warmen Sonnenstrahlen sich ausbreiten. Und dennoch gibt es auch Fotos, die gerade durch die fehlende Sonne an Stärke gewinnen.

Die Macht der Fotos – und der italienischen Sonne

Kürzlich las ich einen Artikel, in dem wiederholt darauf hingewiesen wird, wie wichtig Fotos im Internet sind. Sie dürfen deshalb bei keinem Blogartikel oder einem redaktionellen Beitrag fehlen. Das stelle ich gar nicht in Frage, denn auch ich reagiere intuitiv auf Fotos. Der Grund liegt darin, dass unser Gehirn Fotos deutlich schneller verarbeiten kann als ein paar Zeilen Text. Vorausgesetzt, das Foto ist gut gewählt.

Ich spiele in diesem Beitrag mit Licht und Schatten, Sonne und Wolken. Habt einfach Spaß dabei herauszufinden, euch zu fragen, welches Foto auf euch mehr Wirkung ausübt. In diesen Tagen im Mai war das Wetter ungewöhnlich kalt und richtig ungemütlich. Wenn du mal eine klamme Jeans aus einem Schrank holst, weißt du, was ich meine. Kaum jemand hatte mehr warme Klamotten mit, schließlich fahre ich Mitte Mai nach Kalabrien und dachte, hurra, Sonne und eventuell mal ins Meer baden gehen. Brrr. Ich hatte einmal die Zehen drinnen und das heißt was bei einer Wasserratte wie mir.

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Piazza Cannone kurz nach einem Regenguss – Tropea ohne bella italia?

Dieser Platz ist normalerweise gut besucht. Das Schöne an solch Regentagen: Die verträumten Gassen gehören dir fast ganz allein und du kannst dich genüsslich deinen Fotoleidenschaften hingeben.

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Centro historico – Tropea

Auch hier fehlt einem die Sonne, denn normalerweise leuchten die alten Palazzi im historischen Zentrum von Tropea in warmen gelborange-Tönen. Besonders am Abend, bevor die Sonne untergeht, erwartet dich hier ein Farbenspektakel mit romantischem Ambiente, wie man es von Bella italia erwartet. Nichts destotrotz beeindruckt die gut 40 Meter hohe Felswand, auf der diese alten Häuser der reichen Familien Tropeas stehen.

Heute werden viele dieser historischen Gebäude als Hotel oder für Appartements missbraucht. Ich habe bewusst diese Wortwahl gewählt, weil nicht jeder Architekt es versteht, den Charme vergangener Zeiten zu bewahren. Das finde ich sehr schade, da in Tropea ohnehin genug verfällt, weil einfach das Geld für aufwändige Renovierungen fehlt oder niemand Interesse hat, den Verfall aufzuhalten.

Palazzo Ruffo – Mein Lieblingsschauplatz Tropeas

Ein gutes Beispiel dafür ist der Palazzo Ruffo. Das ist eindeutig mein Lieblingsplatz in Tropea – Bella italia pur. Immer wieder, egal auf welcher Route ich durch die Stadt spaziere, lande ich doch wieder hier. An diesem Ort finde ich die nötige Ruhe zum Schreiben und versinke regelrecht in meinen Geschichten. Inzwischen ist der Palazzo ein “Katzenhotel”, aber auch den Katzen geht es hier nicht gut. Viele der Tiere sind verwildert und werden von den Einheimischen ein paar Gassen mit Steinen verjagt.

Jedenfalls ist der Palazzo Ruffo ohnehin einen eigenen Blogartikel wert, weshalb ich hier nur kurz drauf eingehe. In meinem Roman will ich diesem Palazzo wieder Leben einhauchen, ihn zu einem Ort der Begegnung machen und daran erinnern, wie er einst tatsächlich mit Leben und Lachen erfüllt war. Die einzigartige Lage und der Blick auf die Bucht von Tropea, den Hafen und Parghelia an der rechten Seite macht ihn doch wirklich lebenswert.

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Palazzo Ruffo – lebendiges Mahnmal der Zeit

Ich finde, der Palazzo Ruffo ist auch ohne Sonne pur ein beeindruckendes Gebäude, oder? Wie gern wäre ich ein Mäuschen und ginge dort drinnen auf Entdeckungstour! Deshalb reift in mir auch ein Plan, wie ich das realisieren kann. Wenn es klappt, wirst du es zweifelsohne über meinen Blog erfahren! Der verfallene Palast ist für mich aber nicht nur ein Symbol für die Liquidität Italiens, sondern auch ein Zeichen unserer Gesellschaft.

Natürlich, keine Frage, eine Renovierung würde Unsummen an öffentlichen Geldern und privaten Spenden verschlingen. Aber ist so ein altes Gebäude nicht auch Sinnbild für die Tatsache, dass in der heutigen Zeit einfach vieles aus vergangenen Zeiten vernachlässigt wird, geschliffen, um modernen, neuen Häusern Platz zu gewähren.

Altes bewahren – historische Romane aus meiner Feder

Ich erinnere mich, dass mir jemand erzählt hat, man hätte diesen wunderschönen Palazzo tatsächlich schon abtragen wollen. Es wäre für mich persönlich wirklich unvorstellbar an dieser Stelle zu schreiben, mit dem Wissen, hier war einst der Palazzo Ruffo: Einer der Gründe, wie ich meine ersten Ideen für die Bella Calabria – Buchreihe überhaupt festhalten wollte. Diesmal weit entfernt von historischen Romanen.

Durch mein großes Interesse an Kunst und Geschichte kam ich vor vielen Jahren zum Schreiben historischer Schreibe, aber bei Kalabrien musste es unmittelbar sein. Direkt Gefühle erzeugen, beim Leser, bei mir selbst. Im Flugzeug, vor dem Palazzo Ruffo und am Strand entstanden zum Beispiel wichtige Schlüsselszenen, bei denen ich mich zusammenreißen musste, um nicht loszuheulen. Im Flugzeug wussten meine Sitznachbarn, dass ich Autorin bin und nahmen es mit überraschender Gelassenheit. Vor Ort selbst war das nicht immer so einfach.

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Eine tolle Landkarte, die den dichten Kern an Palazzi im Centro historico zeigt

Ich bin gespannt, wenn die Bücher über Bella italia auf den Markt kommen, wie das Feedback meiner Leser und Leserinnen lautet und welche Szenen ihnen – und auch dir? – am besten gefallen. Ich glaube, dass man die Liebe zu Kalabrien in jeder Zeile spürt. Zumindest habe ich von Tag zu Tag ein Stückchen Herz an dieses einzigartige Land verloren und wenn ich heimfliege, geht das nicht ohne Tränen ab. Ich zähle dann die Tage, wann ich wieder hier bin und denke, was hat Kalabrien in mir ausgelöst, dass es mich derart gepackt hat.

Wie haben dir die Fotos von Tropea gefallen? Vor allem, wie wirken sie auf dich? Welche Empfindungen lösen sie aus und wärst du wie ich bereit, den Palazzo Ruffo seinen alten Glanz zurückzugeben? Kommentiere gerne deine Eindrücke!

Ciao Manu
Autorin und Bloggerin aus Leidenschaft, die Euch gerne auf ihren Recherche-Reisen quer durch Italien mitnimmt!

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