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Maskenball des Todes – Buchpremiere

Maskenball_des_Todes_Venedig_Thriller

Ihr habt es schon bemerkt – in letzter Zeit war es ruhiger in meinem Bella Amore Mio Italienblog. Das hat einige Gründe. Binnen kurzer Zeit konnte ich zwei meiner Italien-Romane bei Verlagen unterbringen. Und nach dem Motto “Alle guten Dinge sind drei” feiert heute die Leseprobe meines neuesten Venedig-Romans “Maskenball des Todes” auf meinem Blog Premiere!

Ja, es ist endlich soweit. Am 30. Januar 2021 erscheint mein Romantic Suspense als E-Book und Taschenbuch exklusiv bei Amazon. Die Idee zu diesem Buch entstand vor einigen Jahren bereits, aber bis es geschrieben und in der aktuellen Form vorlag, brauchte es noch Zeit. Ein Thema, das ihr bereits aus meinen Blogbeiträgen kennt. An Aktualität und Brisanz hat es nichts verloren, denn die Uneinigkeit über die Kreuzfahrtschiffe in Venedig ist nach wie vor ein heißes Eisen.

Romantic Suspense “Maskenball des Todes”

Überraschenderweise hat sich jedoch etwas anderes realisiert, mit dem ich nicht gerechnet hätte. Genau, aufmerksame Leser nicken jetzt heftig. M.O.S.E ist aktiviert und der geneigte Leser möge mir verzeihen, dass ich diesen Wow-Effekt nicht mehr eingearbeitet habe. Aktuell bin ich bereits mit dem Verlagslektorat für meinen historischen Florenz-Roman für den Gmeiner Verlag ausgelastet und ein weiterer Verlag, der einen historischen Roman aus Venedig möchte, wartet auf ein zusätzliches Manuskript. Alles binnen einer Woche – und das in dieser belastenden Corona-Zeit.

Ich komme aus dem Feiern nicht mehr raus. Limoncello, Prosecco oder vino rosso? Hier kommt sie jetzt endlich, die versprochene Leseprobe zu meinem Venedig-Thriller “Maskenball des Todes”. Bereits vorbestellbar bei Amazon! Ab 30.1.2021 gibt es das Buch dann offiziell zu kaufen!

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Romantik pur. Meine Romanheldin Alessandra kennt Venedig auch anders …

Viel Vergnügen! Ich bin sicher nicht die Einzige, die sich danach sehnt, endlich wieder nach Venedig reisen zu können. Übrigens, der Roman “Maskenball des Todes” spielt zur Zeit des berühmten “Carnivale di Venezia”, der in diesem Jahr wohl anders verlaufen wird als gewohnt …

Leseprobe aus “Maskenball des Todes” von Manuela Tengler

Die Dienststelle der Serenissima, die Questera, war längst abgeschlossen. Aus dem kleinen Haus nahe der Piazzale Roma klangen weit nach Feierabend gedämpft Stimmen nach draußen. Dunkle Schatten tanzten hinter den verdunkelten Scheiben umher. Sie erinnerten an Figuren der Commedia dell`Arte. Guiseppe, der Dienstälteste der carabinieri, feierte seinen 60. Geburtstag im Kreise der Kollegen – und mit ihr, seiner einzigen weiblichen Kollegin. »Du schuldest mir einen Tanz, cara mia«, flüsterte er und streckte ihr die Hand entgegen.

Alessandra lächelte, während sie dem vertrauten Kollegen auf die imaginäre Tanzfläche folgte. Wie konnte sie diesem Mann, der alles für sie tat, einen Wunsch abschlagen? Zwischen Schreibtisch und Kaffeeautomat wiegte er sie sanft hin und her. »So tanzten wir schon einmal.«

Sie nickte, schmiegte den Kopf an Guiseppes Brust. Hundert Augen waren damals auf das attraktive Brautpaar gerichtet. Mit Paolo an ihrer Seite fühlte sie sich unverwundbar und stark. Gemeinsam trotzten sie den unregelmäßigen Dienstzeiten bei der venezianischen Polizei, die ihrer Liebe in den folgenden Jahren einiges abverlangen sollten.

Guiseppes Herzschlag beschleunigte sich. Auch er verlor sich in Erinnerungen und kämpfte wohl wie sie um die Fassung. Die Kugel zerstörte nicht nur Paolos Leben. Auch Guiseppes Leben wurde an diesem Tag ein anderes. »Paolo hätte dir eine solche Kalorienbombe von Torte nie geschenkt.« Sie spürte den unregelmäßigen Herzschlag des alten Mannes, seine Hand, die fester um ihre Taille griff. Ein Kloß steckte in ihrem Hals. »Nun schnell, geh zurück ans Buffet, bevor sie dir deine Geburtstagstorte wegessen.« Bevor sie beide endgültig die quälenden Erinnerungen überwältigen, strich sie über Guiseppes Rücken. Das blaue Diensthemd war zerknittert.

Sie lächelte. Der Witwer wäre verloren ohne sie, und sie ohne ihn. Stefano und Antonio, ihre Kollegen, lümmelten auf Guiseppes vollgeräumten Schreibtisch und feixten, wer von ihnen der bessere Tänzer wäre. Guiseppe löste sich aus der Umarmung und deutete ihnen ihr Talent zu beweisen. Mit unsicheren Schritten folgte er einer unhörbaren Musik und grinste, als Alessandra zum Ausgang deutete. Sie überließ die Männer ihrem eigenen Programm. Sie sprachen an diesem Tag nicht wie sonst über die neuesten Waffen, ihre Bambini oder den wachsenden Groll gegen unbezahlte Überstunden. Sie klärten heute Nacht keine Streiche venezianischer Jugendlicher auf, die auf der Piazzale Roma die Wände beschmierten oder mahnten Touristen wegen Bagatellen ab. Heute übertrumpften sich die betrunkenen Männer mit Plattitüden der Politik oder das Ausscheiden bei der Fußball-WM. Sie schimpften über ihre eifersüchtigen Frauen daheim, während sie ihren Ärger mit einem Grappa nach dem anderen hinunterspülten. Sie wollten feiern und Wetten abschließen, wer von ihnen die Nachfolge, Guiseppes Platz in der Questera, antrat.

Alessandra schüttelte den Kopf, als Guiseppe sie zu sich winkte. Sie brauchte dringend Sauerstoff. Der Gestank kubanischer Zigarren und der steigende Alkoholspiegel unter den Kollegen lockten sie ins Freie. »Männer, wirklich.« Eine milde Nacht erwartete sie in der Serenissima. Sie tippte auf das vertraute Gesicht am Display ihres Handys und lächelte, als sie die verschlafene Stimme hörte. »Ich weiß, du bist noch wach. Ich sehe Licht.« Das war eine glatte Lüge, aber bei einem achtjährigen Jungen funktionierte das blendend.

»Ein paar Minuten, mamma, bitte! Ich helfe dafür Nonna beim Einkauf, die ganze nächste Woche, versprochen!«

Funkstille. Ein Grinsen, das sie ohne Ton verstand. Aurelio verstand es, sie zu überzeugen. »Einverstanden. Ich bleibe noch eine halbe Stunde und bringe Guiseppe nach Hause, okay? Ich hab dich lieb, schlaf gut.«

»Buona notte mamma!« Schon brach die Verbindung ab.

Unschlüssig, ob sie zu dem ausgelassenen Männervolk dazu stoßen sollte, entschied sich Alessandra für die knallrote Bank vor der Dienststelle. Ein paar Minuten die in ihrem Leben rar gewordene Stille in der Serenissima genießen, die Alltagssorgen vergessen. Es ging nicht um die verspätete Weinlieferung für Guiseppe, den Dienstplan während Aurelios Schulferien. Endlich allein mit ihrem heimlichen Geliebten. Ihr geheimnisvoller Liebhaber, der spärlich beleuchtete Canal Grande, zog viele Jugendliche magisch an. Sie tanzten ausgelassen auf den fondamente der rivoletto und rii. Ihr schrilles Lachen schwappte über das Wasser und steckte an. Offenbar ertrugen die Männer die stickige Luft nicht länger.

Aus einem gekippten Fenster lauschte sie mit einem unterdrückten Grinsen Guiseppes Vorliebe für Verdis Opern, Antonios Bariton zu Gianna Nannini und Stefanos Lachen. »Ihr seid verrückt«, flüsterte sie. In diesem Moment war ihr die Polizei-Familie so nah wie niemals zuvor. Nach Paolos Tod waren Stefano und Antonio nicht anders mit ihr umgegangen als vorher. Sie hätte kein Mitleid, keine Vorzugsbehandlung ertragen und war dankbar, die plötzliche Leere in ihrem Leben mit Arbeit füllen zu können. Bis Guiseppe ein Machtwort gesprochen hatte. Sein Enkel hat seinen Vater verloren, das ist genug Schmerz für ein Kind. Ohne ein weiteres Wort passte er ihre Dienstpläne an, dass sie nach Schulschluss daheim war. Guiseppe, der wie sie Paolos Tod bis heute nicht verwunden hatte, aber ihr gegenüber tat er, als stünde er über allem und jedem.

Verträumt blickte sie zur Seite. Sie liebte Venedig. Anfangs war es eine Hassliebe gewesen, aber nun konnte sie sich nicht vorstellen, woanders zu leben. Hier war Aurelio geboren, hier erwarteten ihn Erinnerungen an seinen Vater. Ein paar Biegungen abwärts warfen die beleuchteten Säulen und Arkaden des Dogenpalastes gespenstische Schatten auf die Wände. Nur noch wenige Touristen schlenderten zu der späten Stunde durch die dunklen, engen Gassen im San Marco sestriere. Sie bewunderten die mit Scheinwerfern beleuchteten Pferde der Quadriga an der Westseite der Basilika San Marco, die bereit schienen, loszutraben. Die marmornen Statuen auf der Längsseite der Biblioteca Nazionale Marciana zeugten von der ruhmreichen Vergangenheit der venezianischen Seemacht. Unaufmerksame Besucher unterließen es sträflich, den auf den einst mühsam aufgestellten Säulen mit über vier Meter langen Löwen auf der Plattform ihre Aufmerksamkeit zu schenken.

Sie musste nicht auf der anderen Seite des Hafenbeckens stehen, um sich darüber wie Guiseppe und andere zu entrüsten. Wie viele Venezianer auch verurteilte sie, dass ihre Heimatstadt zu einem Vergnügungspark für Tagestouristen verkam. Die Schätze der einst reichen Seemacht des 14. Jahrhunderts fanden sich an unscheinbaren Orten. Sie waren allgegenwärtig, aber im 21. Jahrhundert zählten ein stabiler W-LAN-Empfang, getaktete Besichtigungen dank QR-Code und ein hastiges Selfie beim Carnivale di Venezia mehr. Grauenhaft, wie schamlos sich manche Besucher gebärdeten und sich ihnen die Schönheit verborgener Ecken oder Reliefs verschloss.

Ein Lichtstrahl aus der mit blauen Lettern ausgeschilderten Questera, dem Polizeipräsidium Venedigs, erhellte den Granitboden und schreckte sie jäh aus den Gedanken. Hastig trat sie aus dem Schatten eines ausrangierten Polizeibootes und wischte rasch die Tränen fort.

»Ist alles in Ordnung?« Guiseppes fülliger Körper warf deutliche Umrisse auf den Boden.

Ein Brummbär mit viel Herz, der mehr als nur ein Vorgesetzter war. Mit Paolos Tod vertiefte sich ihr Verhältnis. Vom trauernden Schwiegervater wandelte sich Guiseppe zu ihrem engsten Vertrauten. Er stand ihr in langen Nächten bei, in denen Aurelios Weinen ihr das Herz zerriss. Ihr Sohn sei viel zu jung, um das Schreckliche zu verstehen. Paolos vertraute Stimme, die den Jungen abends in den Schlaf sang, fehlte von einem Tag auf den anderen.

»Bene, ich komme gleich. – Wirklich, Guiseppe.«

Guiseppe blieb stehen und sah sie eindringlich an. Er traute ihr nicht. »Die Lagune stirbt nicht, wenn du eine Sekunde nicht auf sie achtest. Deine Kollegen hingegen kommen morgen nicht zur Arbeit, wenn du mir nicht hilfst, sie aus dem Büro zu jagen. Es dauert nicht mehr lange, bis du deinen Kontrollzwang ohne mein Einwirken ausleben wirst.«

Mit gespielt grimmigem Gesichtsausdruck eilte sie mit Guiseppe als Verstärkung ins Dienstzimmer zurück. »Die Party ist vorbei, Jungs«, erklärte sie und wollte gerade das Radio abstellen, als ein Jingle eine Sondermeldung verkündete. »Seid still!« Hastig drehte sie am Lautstärkeregler.

»Noch ist unklar, wie viele Tote durch das Unglück des Kreuzfahrtschiffes der Reederei OCEANDREAMS tatsächlich an der italienischen Küste zu beklagen sind. Experten halten vorzeitige Spekulationen über den Unfallhergang für gefährlich. Sie warnen …«

»Mamma mia!« Antonio hatte den Fernseher eingeschalten. Bilder des in Havarie geratenen Luxusliners ließen die ausgelassene Stimmung im Dienstquartier der Questera verpuffen. Kameras von Hubschraubern, die über der Unglücksstelle kreisten, zeigten leblos auf der aufgepeitschten Wasserfläche treibende Körper, bunte Koffer und zerborstene Wrackteile. Ein kleines Rettungsboot trieb mit dem Kiel nach oben.

Langsam kehrte Leben in die betrunkenen Männer. »1240 Passagiere, doppelt so viel wie die Mannschaft«, meldete Giorgio tonlos, als er den Hörer aufgelegt hatte. Das schreckliche Ereignis löschte seine Trunkenheit mit einem Schlag.

Stefano nickte bestätigend und wedelte mit einem Fax. »Die Küstenwache ist auf dem Weg zur Unglücksstelle, aber die Lage des Schiffes sei unstabil. Wie viele Menschen betroffen sind, scheint derzeit unklar. Es herrscht pures Chaos.«

1240 Menschen, die sich auf eine Kreuzfahrt durch das Mittelmeer freuten, erlebten unvorstellbares Leid. Und niemand wusste Genaueres. Alessandra wartete angespannt auf aussagekräftigere Fakten, Informationen über mögliche Gründe für das Unglück, das in wenigen Minuten das Leben vieler dramatisch veränderte. Die Nachrichtenticker rund um die Welt überschlugen sich im Minutentakt mit Meldungen, während sich die Pressemeldungen der Reederei auf den möglichen Schaden des Schiffes konzentrierten.

Der human factor wurde ausgeklammert. Vonseiten der Reederei hieß es, man sei bestürzt und versuche alles, um die Angehörigen rasch zu informieren. Die eingerichteten Hotlines brachen angesichts der vielen Anrufe verzweifelter Angehöriger nach wenigen Minuten zusammen. Alessandra verfolgte die einströmenden Nachrichten mit wachsendem Entsetzen. Sie konnte sich nicht vom Bildschirm losreißen, obwohl ihr das Schicksal der Menschen viel zu sehr naheging.

Heute gelang es ihr nicht, Job und Gefühle zu trennen. Für die Eltern, Ehepartner, Kinder und Freunde jener Menschen an Bord des Schiffes war die Ungewissheit unerträglich. Vor Tagen verabschiedeten sich die aufgeregten Kreuzfahrer mit einem glücklichen Lächeln und Vorfreude auf eine Traumreise ins Glück. Niemand kalkulierte in einem solchen Moment die Kosten einer Bergung, wenn es um Menschenleben ging, dachte an mögliche Abwrackzahlen oder gar Entschädigungszahlungen.

Offenbar befand sich bereits das Fernsehteam eines lokalen Senders an der Unglücksstelle. Hinter einer jungen Reporterin, die mit ihren Kollegen in dem kleinen Hafen ein provisorisches Mediencenter bezogen hatte, kauerten gerettete Passagiere des Schiffes auf notdürftig aufgestellten Feldbetten. Sie starrten teilnahmslos vor sich hin. Begriffen sie die Tragweite des Unglücks? Viele hüllten sich in Decken und versuchten verstört, den erbarmungslosen Kameralinsen auszuweichen.

Abgehacktes Weinen, verzweifelte Rufe nach den Liebsten, die noch immer als vermisst galten, brachten die leiderfahrenen Männer der italienischen Küstenwache zum Verstummen. Hektische Kamerabewegungen, das Meer schwankte – oder war es die Kamera, die unter dem Grauen des Gezeigten erbebte? Die junge Frau trat in einem unschuldig wirkenden weißen Kleid vor die Kamera. Carlotta Neri. Der Einspieler machte den Namen der bisher unbekannten TV-Reporterin schlagartig bekannt. Der Wind riss an ihren glänzenden Haaren, während sich Neri mit einem kurzen Blick auf die Unglücksstelle unweit des Festlandes zu vergewissern schien, dass es stimmte. Das war kein Blockbuster aus Hollywood, sondern live. Europa. Italien.

Schon mehrfach gab es Zwischenfälle mit Kreuzfahrtschiffen auf der ganzen Welt. Seitens der Reedereien fand man stets nachvollziehbare Gründe für die Unglücke. Unbekannte Strömungen, plötzlich aufkommender Wind, ein defektes Bugstrahlruder. Man zahlte horrende Summen, um negatives Material nicht nach außen dringen zu lassen. Viel Geld floss. Man entschädigte die Passagiere mit der Übernahme entstandener Unkosten und lockte mit fulminanten Rabatten für die nächste Kreuzfahrt. Es gab so vieles, das angesichts von Abertausenden Tonnen Stahl binnen Minuten zu einer tödlichen Gefahr werden konnte.

Wurde man als Passagier auf Sicherheitsmängel hingewiesen, darauf, dass die Karabiner und Seile der an Deck verstauten Rettungsinseln verrostet waren? Vage erinnerte sich Alessandra an einen Techniker, den sie bei einem Zwischenfall im Guidecca Kanal im Hafen kennengelernt hatte. Selbst er bestätigte, es könne kein Restrisiko in Aussage gestellt werden. Das wäre so fahrlässig wie die Aussage, die Titanic wäre unsinkbar.

»… technisches Versagen wird derzeit nicht ausgeschlossen …« Die junge Reporterin suchte nach den passenden Worten, um den Zuschauern in ihren warmen Wohnzimmern fern des Unglücksortes das Ausmaß dieser Tragödie zu verdeutlichen. Sie bemühte sich, die schrecklichen Nachrichten mit viel Herz zu vermitteln und kämpfte selbst mit den Tränen, bis die Kamera auf einen tropfnassen Teddybären zoomte. Neri schien nicht so sensationslüstern wie ihre Kollegen zu sein. Sie winkte hektisch in die Kamera.

Das harte Business des Journalismus forderte an diesem Tag genügend Opfer. War Neri resolut genug, sich zu behaupten? Inzwischen trafen weitere TV-Sender ein und berichten nun ebenfalls live vor Ort. Unerbittlich hielten sie verzweifelten Überlebenden das Mikrofon vor die Nase, zoomten mit ihren Kameralinsen auf rot unterlaufene Augen auf traumatisierte Kinder. Quote zählte, Tragödien pushten, perfetto. Je größer das Leid, desto höher die Zuschauerzahlen.

Alessandra schauderte vor Entsetzen, während Stefano sich durch die Kanäle zappte. Jeder größere Sender unterbrach das Programm und hielt die Zuschauer mit einem eingeblendeten Liveticker auf dem Laufenden. Bekannte Gesichter aus den Nachrichten und der Politik verkündeten ihre Anteilnahme. Das Gesicht mit einem Wimpernschlag auf »Unser aufrichtiges Beileid« getrimmt. Carlotta Neri dagegen überforderte die grauenhafte Situation. Ihre Augen waren gerötet, fieberhaft glitt ihr Blick aus dem Fokus des Kameramannes. Eine Familie verließ eben einen Rettungswagen. Das Gesicht verquollen von Tränen umklammerte die Mutter die Hand ihres Mannes, während dieser fassungslos auf den Unglücksort zurückblickte. Seine Hand zitterte, während er auf das – vor Stunden noch hell erleuchtete – Kreuzfahrtschiff zeigte. »Mein Sohn«, stammelte er und packte einen Sanitäter an seiner Jacke. »Sie werden ihn finden, nicht wahr? Mein Sohn ist auf diesem Schiff, retten Sie ihn.« Die Kamera näherte sich dem Familienvater.

Plötzlich erschien Neri im Bild. Mit hektischen Bewegungen drängte sie den Kameramann ab und blieb neben dem traumatisierten Mann stehen. Der Mann taumelte, sank auf den Boden und lag teilnahmslos auf dem Boden. Die Kamera schwenkte weiter, folgte überforderten Mitarbeitern des Roten Kreuzes. Sanitäter verteilten hektisch Wasserflaschen, die sie aus lächerlich bunten Plastikkörben zogen, die in dieser Situation wie blanker Hohn wirkten. Es war zu bunt dort. Zu laut. Zu schrecklich. Zu unrealistisch. Schalt weiter, wollte sie Stefano bitten, aber alle in der Dienststelle waren zu geschockt. Niemand konnte den Blick von den unbegreiflichen Bildern lösen.

Alessandra schüttelte benommen den Kopf. Die Katastrophe passierte sich nicht weit entfernt von Venedig, wenn sie die kaum lesbare Karte, die der Sender in diesem Moment einblendete, korrekt erkannte. Kaum auszudenken, wenn diese Katastrophe hier –

»Alessandra, dein Handy läutet«, bemerkte Guiseppe und drückte sanft ihren Arm. »Die armen Familien. Da freut man sich auf eine Kreuzfahrt und spart, um dann so zu enden? – Unfassbar, was für eine Tragödie!«

Sie nickte fassungslos. Ein Blick aufs Display verriet den Anruf ihrer Mutter. »Was ist denn schon wieder? Du hast mich doch erst vorgestern …« Nach einem kurzen Zögern drückte sie den Anruf weg und starrte wieder auf den Bildschirm. Wie ein Mahnmal ragte der Bug des einst so imposanten Schiffes von fast 300 Metern Länge aus dem Meer. Was geschah an Bord, wenn sich Hunderte Menschen panisch und mit letzter Kraft über Bord zu retten versuchten? Noch immer harrten Dutzende Menschen auf dem Schiff aus. Frauen in eleganten Abendkleidern versuchten, ans andere Ende des Schiffes zu kommen. Wie von ihren Schnüren befreite Marionetten taumelten sie umher.

Das Captainsdinner war wahrhaftig ein unvergessliches Ereignis. Die sorgfältig hochgesteckten Dutte hingen herab, verdeckten panisch große Augen. Schrille Stimmen gellten über die Decks, als das Schiff sich mit einem Ruck auf die Seite neigte. Um Hilfe rufende Menschen rutschten auf dem schiefer werdenden Deck ab, ihre Körper wurden brutal gegen die Reling geschleudert. Die ersten Live-Aufnahmen auf RAI Uno und anderen Sendern von der Amaryllis of the Ocean trieben Alessandra Tränen in die Augen. »Sie springen!« Sie schrie entsetzt auf, packte Guiseppes Arm. »Das ist doch Irrsinn. Wie hoch ist so ein Schiff?«

»40, 50 Meter?« Antonio stand neben ihr. »Das wäre Selbstmord. Es gibt keine Chance zu überleben.«

Wieder nickte sie. Stumm vor Entsetzen. Wie verzweifelt musste dieser Mann in seinem schwarzen Anzug sein, der versuchte, sich mit einem Sprung ins kalte Wasser zu retten? Er klammerte sich an die Reling und versuchte hochzusteigen. Sie meinte, seine Angst zu spüren. Es war sein Puls, der ihr Herz in einen gefährlichen Rhythmus versetzte, seine Angst, die ihr den Atem raubte. Dann ertönte ein schauriges Geräusch über die eben noch taghell beleuchteten Decks des Kreuzfahrtschiffes. Ein Teil des Schiffes schwand jäh in der Schwärze des Meeres.

»Mio dio! Das Schiff bricht auseinander wie die Titanic! Das ist nicht möglich. Da sind noch Menschen …« In Guiseppes Gesicht war die Bräune eines leidenschaftlichen Seglers einem bleichen Ton gewichen.

Wieder läutete ihr Handy. Abgelenkt nahm Alessandra das Gespräch an. »Mamma, es ist etwas Schreckliches passiert. Du … Wo bist du? Es dröhnt markerschütternd …« Sie sah die Bilder, die surreal mit den Geräuschen im Fernsehen harmonierten. Spürte den viel zitierten Flügelschlag des Schmetterlings auf der anderen Seite der Welt. Dann katapultierte die brutale Wirklichkeit sie in derselben Sekunde in ihr eigenes Schicksal. Hörte sie nicht das unmenschliche Stöhnen und Weinen ihrer Mutter, während sich das Schiff mit einem überraschend sanften Ruck weiter zur Seite neigte? Hörte sie den kollektiven Aufschrei der Menschen, die auf dem Schiff ausharrten und vergeblich um Hilfe schrien – aus ihrem Handy.

»Mamma?« Ihre Lippen zitterten, Tränen verschleierten ihren Blick. Sie griff ins Leere. Taumelte. Ihre Ohren vibrierten. »Mamma

»Ich liebe dich, principessa, hörst du. Gib Aurelio einen Kuss von seiner Nonna.« Die letzten Worte ihrer Mutter gingen in dem unheilvollen Krächzen und Kreischen von blankem Stahl unter. Den Ton der schrecklichen Ouvertüre erbarmungslos im Ohr, lieferten die dramatischen Bilder die noch schrecklichere Gewissheit. Ihre Mutter war dem Tod ausgeliefert. Teile des Oberdecks gaben unter dem Druck nach. Die stählernen Streben barsten wie morsches Holz und begruben alles unter sich. Die Erschütterung, einem Erdbeben gleich breitete sich über den gesamten Schiffsbau aus und zog ringförmige Kreise um das Schiff.

In diesem Moment gellte ein morbider Schrei in Alessandras Ohren. Sie hielt sich die Ohren zu, erschrak über die verzweifelte Kraft dieser Stimme, ihrer eigenen Stimme, die ihr gleichzeitig versagte, um Guiseppe zu rufen. Es erschien ihr wie Erlösung, als sich alles schwarz färbte und sie im Kreis ihrer Kollegen zusammenbrach.

Kapitel 1

Sie bahnen sich unbarmherzig einen Weg, um zu zerstören. Sie rafften weit weniger Menschen dahin wie bei der Pest, töteten langsam und qualvoll. Todesengeln gleich tanzen dunkle Rußpartikel grazil über deinem Kopf, dringen in deine Lunge und warten dort geduldig auf deinen Tod. Dieses Unglück kann jeder sehen, aber niemand tut etwas, um es aufzuhalten. La morte è vicina. Der Tod ist nah.

Tränenblind sah Alessandra von ihrem Notizbuch auf. Sie rang nach Atem und brauchte ein paar Sekunden, um ins Jetzt zurückzufinden. Wie so oft in den letzten fünf Jahren versank sie an manchen Tagen in eine tiefe Trauer, die sie vor Aurelio verbergen musste. Sie las in seinen Augen, wie besorgt er war. Der kleine Mann, der seinen Vater würdig vertreten wollte. Vergeblich versuchte sie bis heute diese unheilvolle Welt aus Profitgier, wirtschaftlichen Interessen skrupelloser Stakeholder zu verstehen. Akribisch suchte sie seitdem nach der Wahrheit hinter all den Lügen und Ungereimtheiten, die diese schreckliche Schiffskatastrophe ausgelöst hatte. Einem Sumpf gleich, der sie tiefer und tiefer hinabzog, ohne dass sie sich wehren konnte, wiederholte sie immer wieder die Fakten.

Mit lautem Knall klappte sie das vollgeschriebene Buch zu. Nach vorne sehen lautete die Devise. Das musste sie Guiseppe versprechen. Sie musste endlich aufhören, nach einem Schuldigen zu suchen. Zu viel stand für manche auf dem Spiel, um ein Opfer auf die Schlachtbank führen zu wollen, dessen Blut niemand auf sich schütten wollte. Es ging um viel Geld. Vor allem um Macht und die Gewissheit, den ungebrochenen Trend mit noch größeren Kreuzfahrtschiffen von Venedig oder Genua aus in See zu stechen. Jeden Tag kämpfte sie sich von Neuem ins Leben zurück, suchte nach einem Weg, mit der Vergangenheit Frieden zu schließen, Aurelio zuliebe. Jedes Schiff, das in die Lagune einfuhr, zerriss ihre Hoffnungen wie die Rußpartikel die Lungen ihrer Freunde und Nachbarn.

Unheilschwanger färbte sich der Himmel über der Lagune tiefrot, dann pestschwarz. Wie dunkle Dämonen tauchten die Kreuzfahrtschiffe auf, drangen ungebeten in die Idylle der Serenissima ein und setzten sich über das Leben anderer hinweg. Getrieben von Neugier, unstillbarer Gier nach Profit warfen sie unheilverkündende Schatten auf die bröckelnden Mauern und Hausfassaden der Serenissima. Verdunkelten das Licht in den Palazzi am Canal Grande beim Einlaufen. Verdrängten Tonnen von Wasser, dass die Boote in den Seitenkanälen gut 20 Zentimeter höher lagen. Frästen sich mit riesigen Bugstrahlrudern durch die seichte Lagune. Töteten unbewusst in jeder Sekunde, die das Dröhnen der Motoren tief in das kollektive Bewusstsein von Meeresbewohnern, Fundamenten und Venezianern drang. Sie waren alle längst dem Untergang geweiht! Es gab kein Entrinnen mehr. Bis es unmittelbar in der Serenissima zur Katastrophe kam, war es nur eine Frage der Zeit. Es war unvermeidbar.

Alessandra schauderte. Jedes Mal, wenn die Schlepper ein Kreuzfahrtschiff in die Lagune zog, wurde ihr bewusst, was für eine schreckliche Zeitbombe an ihr vorbeifuhr. Seit dem Morgengrauen kauerte sie am Kai auf der kleinen Insel San Giorgio, abseits des Touristenrummels im San Marco Sestriere. Auf San Giorgio und dem Canale della Guidecca ging es beschaulicher, stiller zu. Die Touristen eroberten den Campanile des kleinen Eilandes nur, um das atemberaubende Panorama auf den Markusplatz gegenüber zu erleben. Sie knipsten hastig ein paar Selfies vor der Kirche, bis das nächste Vaporetto kam und sie von dem verschlafenen Eiland rettete.

Vor dem Palazzo Ducale versammelte sich in den frühen Vormittagsstunden eine dichte Menschentraube, die sich das Spektakel eines einlaufenden Ozeangiganten nicht entgehen ließ. Alessandra glaubte begeisterte Rufe, aber auch Schreie der Entrüstung zu hören. Oh ja, sie wusste, wie klein und unbedeutend, wie ungeschützt man sich auf der anderen Seite des Markusbeckens fühlte. Der Boden vibrierte. Nur leicht, kaum spürbar angesichts der Menschenmassen, die zu Hunderten, gar Tausenden täglich über den unebenen Platz wogten.

Die regelmäßigen Erschütterungen von Schiffen, Menschen und Wasserbussen bildeten Risse auf dem Pflaster der Piazzetta. Teile der Fundamente, die den Kai, den Canal Grande sowie die vielen ri säumten, gaben dem ständigen Ein- und Auslaufen des vermehrt salzigen Lagunenwassers nach. Das allein zeigte doch deutlich, überlegte Alessandra, dass nicht allein die Umweltverschmutzung ihren Tribut forderte. Experten versuchten seit Jahren, die Bevölkerung und die Regierung aufzuklären, woher diese Verwerfungen kamen. In tieferen Bereichen richteten sie weitaus größeren Schaden an, unsichtbaren Schaden. Manche der Campanile neigten sich bedenklich zur Seite und boten den Besuchern pittoreske Aufnahmen. Sollte Venedig als die Stadt der schiefen Türme neue Geschichte schreiben?

Die nahe stehenden Häuser harrten würdevoll aus und hielten auf den ersten Blick dem schädigenden Einfluss von Motoren und verheerenden Schadstoffemissionen stand. Es gab belegbare Zahlen, anerkannte Studien und medizinische Gutachten, dass die Zahl der Krebserkrankungen in Venedig deutlich gestiegen war. Zahlen, die bei den Reedern, den großen Playern in der Politik und Konzernen auf Desinteresse stießen. Die steigenden Buchungszahlen und Vorbestellungen neuer Schiffe hingegen, die profitable Gewinne brachten, bevor sie noch Wasser unter dem gigantischen Kiel verspürten, waren vorrangiger.

Die Kälte des nahenden Herbstes spürend, trotzte Alessandra ihrem Wunsch, dem verhassten Schiff den Rücken zu kehren. Stattdessen blieb sie, kauerte vor dem blendend weiß gestrichenen Leuchtturm der Insel und biss sich auf die Lippen, um nicht ihren Zorn hinauszuschreien. Sie schmeckte Blut.

Die Kälte fraß sich tiefer unter ihre Jacke, aber sie konnte sich von dem schrecklichen Anblick nicht lösen.

Jede Passage zog sie magisch an: Erfüllt von Angst, was passieren könnte, wenn niemand kontrollierte und gleichzeitig mit einem Hoffnungsschimmer, diesem ignoranten Treiben irgendwann ein Ende zu setzen.

War sie denn wirklich die Einzige, die erkannte, wie gefährlich es war, diesen Ungetümen nicht die Zufahrt zu entsagen?

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Eine junge Polizistin gegen …

DER Venedig-Thriller – Buchpremiere am 30.1.2021!

Auch die Kreuzfahrtindustrie ist in diesen Zeiten gefordert, kämpft ums Überleben – wie Venedig und seine Bewohner. Dieses Buch “Maskenball des Todes” ist auch den tapferen Umweltaktivisten von NO GRANDE NAVI gewidmet, die seit Jahren wie gegen Windmühlen gegen die Durchfahrten dieser Ozeanriesen kämpfen!

Ich hoffe, ihr stoßt mit mir auf meinen neuen Venedig-Roman “Maskenball des Todes” an. Mit Aperol sprizz, Limoncello, Grappa oder Sekt, egal was! Lasst uns feiern und diesen Augenblick genießen, von unseren schönsten Momenten in Italien träumen und hoffen, dass wir bald wieder dort sind! Bis dahin – Buona settimana!

Ciao Manu
Autorin und Bloggerin aus Leidenschaft, die Euch gerne auf ihren Recherche-Reisen quer durch Italien mitnimmt!

Premiere für DAS Magazin zum Blog

Premiere für DAS Magazin zum Blog

Ja, gestern Abend war es soweit und ich feierte Premiere für DAS Magazin zum Blog Bellaamoremio. Ich hatte schon länger überlegt und wollte mehr Platz. Versteht mich nicht falsch, der Blog ist cool und ich kann vieles machen, aber diese Spielerei mit dem Magazin hat mich faszinierend. Größere Reportagen und individuelle Artikel sind damit sehr gut umzusetzen.

Das Magazin kommt nicht regelmäßig heraus, denke ich. Dazu braucht es noch mehr Inhalte, aber die nächste Ausgabe wird deutlich fokussierter und umfangreicher werden. Lasst euch einfach überraschen.

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Für das Cover des Magazins wählte ich eines meiner Lieblingsaufnahmen Vendedigs – Campanile abends.

Am Puls der Zeit

Auch optisch fand ich die Premiere für DAS Magazin zum BLOG sehr gut gelungen. Ich lobe mich selbst, aber das ist der Stolz einer Mutter über ihr neugeborenes Baby. Seht es mir nach. Es passiert ja derzeit sehr viel. Auf Instagram läuft heute der Release Day für meinen historischen Roman “Nebel über dem Canal Grande“. Unter @passionperlibri findet ein sehr sympathisches Mädelquartett auf Insta, die meine Buchschnipsel posten und so süße Sachen dazumachen.

Freude pur, Balsam für die Autorenseele, kann ich nur sagen. Außerdem überarbeite ich bereits das Manuskript für den ersten Roman der Bella Calabria – Buchreihe. Angesichts der Tatsache, dass ich viel unterwegs war und das Tages-Soll vom NaNoWriMo oftmals erst kurz vor oder nach Mitternacht bewältigen konnte, halten sich Ungereimtheiten, Tippfehler und abstruse Zusammenhänge überraschend in Grenzen.

Das Magazin bietet aber auch Platz für Leserfragen rund um Italien, wie ich ans Schreiben herangehe und was aktuell in diesem Land so passiert. Betrachtet es einfach als bildkräftige Ergänzung zum Blog. Ich habe so einige Ideen, mal sehen, wie es mir gelingt, diese Ideen im Magazin umzusetzen. Ich freue mich daher umso mehr auf euer Feedback zur Erstausgabe.

Hier ein Buchschnipsel aus dem Release Day auf Instagram @passionperlibri

Bellaamoremio – Das Magazin für Italien-Fans

Im Freundeskreis packen geistig alle bereits ihre Koffer. Das liegt angeblich nicht nur am schlechten Wetter, sondern den wunderschönen Bildern aus Italien. Das kann ich gut verstehen. Ich wäre jetzt auch viel lieber in Venedig auf dem Markusplatz oder in Florenz, um am Arno spazieren zu gehen. Am liebsten wäre ich jedoch in Kalabrien. Mir fehlt diese idyllische Altstadt von Tropea, die alten Palazzi, die Freundlichkeit der Menschen und das fantastische Wetter. Hier jagt ein Italien-Tief das nächste, schrecklich.

Aber jetzt seid ihr gefragt und herzlich eingeladen, mir Vorschläge zu unterbreiten, was ihr gerne nach der Premiere für DAS Magazin zum Blog von Bellaamoremio – Italienblog in diesem Magazin lesen würdet. In erster Linie ist es für euch gedacht, meine lieben Leser und Leserinnen des Blogs. Ich sammle ja noch Ideen für die nächste Ausgabe, denn schließlich muss die neben dem normalen Arbeiten und dem Überarbeiten vom Kalabrienroman auch gestaltet werden. Darauf freue ich mich jetzt schon wieder wahnsinnig!

Endlich wieder Italiano!

Nächsten Montag ist es wieder soweit. Mein Italienisch-Kurs geht endlich weiter. Ich saß in den letzten Wochen nicht so fleißig über den Unterlagen wie gedacht. Ich war erstaunt, wie viel hängen bleibt. Auch wenn ich oft im Kurs saß. Mit Blackout. Wie heißt das Vokabel? Warum ist das jetzt ein “la” und kein “Il”?

Aber ich habe gemerkt, dass irgendwie in meinem zugegeben überfüllten Hirn doch einiges abgespeichert ist. Ich muss nur noch einen Weg finden, es zur richtigen Zeit abzurufen. Allerdings kann ich schon kleine Sätze formulieren. Das ist keine große Leistung, klar. Es zeigt aber eine stete Besserung. Um im Magazin mal einen Gastbeitrag in Italienisch abzudrucken, reicht es noch lange nicht. Darum muss ich jetzt fleißig weiterlernen. Buona settimana!!!

Ciao Manu
Autorin und Bloggerin aus Leidenschaft, die Euch gerne auf ihren Recherche-Reisen quer durch Italien mitnimmt!

Salve – Bella amore mio geht online – Italien-Blog mit Herz

tropea palazzi gelato

Herzlich willkommen auf meinem Bella amore mio – Italienblog. Seit vielen Jahren begleiten mich als Autorin Stoffe, die in Italien spielen. Ist es die Nähe zum Meer, die entspannte Lebensart oder das dolce far niente, das mich immer wieder fasziniert? Vielleicht denkt ihr, nicht schon wieder ein Blog über Italien von jemanden, der mal dort war und nun meint, er muss drüber bloggen?

Mitnichten, denn ich möchte meine Liebe für dieses Land mit dem Bella amore mio – Blog mit euch teilen, Informationen weitergeben und – euch auf eine ganz besondere Reise mitnehmen. Und genau das unterscheidet meinen Blog vielleicht doch etwas von anderen: Ihr dürft mir beim Recherchieren, plotten und schreiben über die Schulter schauen.

Warum mich Italien als Autorin so reizt

Natürlich hat diese Arbeit “vor Ort” auch seine Vorteile. Vormittags in einem schattigen Café plotten, am Strand die schönsten Szenen weiterentwickeln und dann am Nachmittag an den Laptop. Dieses “vor Ort schreiben und plotten” hat etwas Magisches. Trotz langjähriger Schreiberfahrung merke ich selbst, dass ich ganz anders in Szenen einsteige, wenn ich direkt vor einer Location sitze. Dann geht es mit Füllfeder und Papier in jedweder Form in den Flow. Perfetto!

Bislang schrieb ich vor allem historische Romane, aber seitdem mein bella italia-Fieber restlos ausgebrochen ist, entstehen auch romantische Liebesromane und spannende Thriller mit Schauplatz Italien. Italien ist für mich wie eine kostbare Schatzkiste an Ideen. Ob in Venedig, Florenz, Siena oder Ligurien, Italien lässt mich nicht mehr los.

Ich habe liebe Menschen kennengelernt auf meinen Reisen, blicke gern hinter die Kulissen und hoffe, dass mein Blog auch dazu beiträgt, zu zeigen, dass Reisen in Italien auch ohne Overtourism geht. Achtsamkeit und Rücksichtnahme auf die Bewohner gehören beim Entdecken der schönsten Flecken Italiens dazu!

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Die bunten Motive dieser Treppe im Centro Storico von Tropa zeigen die Lebensfreude der Kalabresen.

Warum dieser Blog über Italien mich nicht mehr losließ

Und gerade das habe ich just in Kalabrien mit Genuss zelebriert. Kalabrien ist auch der Startschuss für meinen Italien-Blog gewesen. Ich kam nach Hause mit einem kaum in dieser Intensität gekannten “Heimweh”, einer Sehnsucht und dem Wissen, ich muss unbedingt wieder zurück. Bald. Das tat ich dann wirklich und zog quer durch Tropea, die Perle Kalabriens. Perle ist nicht übertrieben, denn hier blieb ein Stück meines Autorenherzens zurück.

Die Überarbeitung meines Venedig-Romans musste ruhen, das Feedback meiner Literaturagentur zum historischen Florenz-Roman stand aus, aber ich wollte mich neu erfinden, mich für ein neues Projekt begeistern und da sah ich ein Foto von Tropea. Ich wusste, dort muss ich hin – und was soll ich sagen, ich habe es nicht bereut.

Ganz im Gegenteil: Während ich hier regelmäßig über interessante Fakten von den schönsten Regionen Italiens blogge, zeigen sich auch Fortschritte an meinen Romanen. Darüber werde ich euch gerne auf dem Laufenden halten.

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Wolken dominieren den Abendhimmel über Tropea, der Perle Kalabriens.

Über die Liebe, das Leben, das Schreiben und Lesen … blogge ich

Da ich keinen Blog ausschließlich über das Entstehen meiner Romane machen wollte, aber sich Italien und meine Liebesromane nicht ausschließen, bot sich dieses herrliche Potpourri an. Hier geht`s um die Geschichte Italiens und die Kultur, die Sprache sowie um den Alltag in Italien. Was bedeutet es, in Venedig zu leben und Tag für Tag die riesigen Kreuzfahrtschiffe in der Serenissima ertragen zu müssen? Was würde Filippo Brunelleschi heute über seine herrliche Kuppel über der Santa Maria del Fiore denken?

Außerdem findet ihr Tipps und Infos über die schönsten Sehenswürdigkeiten in Kalabrien, Restaurant-Tipps in Tropea und was man unbedingt dabei haben sollte, wenn es an die schönsten Strände Kalabriens geht. 🙂

Bella amore mio – Ihr seid herzlich eingeladen, mitzumachen!

Übrigens, ihr müsst euch nicht durch den ganzen Blog wühlen. Schaut euch in Ruhe um, verweilt, wo es euch gefällt und schreibt mir, was euch noch fehlt. Vielleicht habt ihr ja Lust, mal ein Gastinterview zu machen. Verratet mir und den Lesern, wo für euch die Italien-Liebe begonnen hat! Falls ihr erst überlegt, ob es mal nach Italien gehen soll, findet ihr sicher Anregungen und Vorschläge. Aber Vorsicht: Italien macht süchtig.

Jedenfalls habe ich noch viele Ideen und Überlegungen, um meinen Bella amore mio – Italienblog auszuweiten. Ganz nach dem Motto “Über das Leben, die Liebe, das Schreiben und Lesen …”

Ciao Manu
Autorin und Bloggerin aus Leidenschaft, die Euch gerne auf ihren Recherche-Reisen quer durch Italien mitnimmt!

Anniversario primo

Ja, tatsächlich ist es schon länger als ein Jahr, denn am 1. Oktober 2019 startete ich meinen Bella Amore Mio – Italienblog inklusive Autorenblog. Und wie manche von euch richtig bemerkt haben, blieben manchmal Artikel aus. Es passiert einerseits zu viel in meinem Leben, andererseits zu wenig für Bella Italia.

Das ist nicht ganz richtig. Natürlich passiert viel, aber Corona hat mir meine Reiseplanung komplett über den Haufen geschmissen und sogar mein anniversario primo ging dabei unter. Das Lektorat läuft und läuft. Theoretisch könnte ich meinen Laptop überall aufstellen, auch in Italien. Ich warte nur noch auf eine günstige Gelegenheit, um diesen Plan endlich in die Tat umzusetzen.

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Ich liebe sie … Geschlechtertürme – in Florenz, aber auch in San Gimignano oder Siena gibt es sie.

Italienblog ohne Italia?

Tatsächlich bin ich geistig und schreiberisch ständig in Italien, wenn man es genau betrachtet. In knapp zwei Wochen bekomme ich vom Gmeiner Verlag mein lektoriertes Manuskript zurück und dann geht es mal um meinen eigenen Text, den ich nochmals intensiv überarbeiten muss, bevor er dann mit Titel, Cover, Klappentext & Co versorgt wird. Dazu möchte ich ja unbedingt nach Florenz, um neue Videos und Fotos zu machen.

Es gibt sogar schon eine eigene Pageflow-Seite für meinen historischen Florenz-Roman, der im Juli 2021 erscheint. Ach, einerseits läuft die Zeit so schnell, andererseits kann ich es kaum erwarten, diesen Moment zu feiern und zu genießen. Und dann heißt es Geduld haben, die ersten Reaktionen meiner Leser und Leserinnen abzuwarten und durchzuatmen. Schließlich bin ich längst an neuen Projekten dran bzw. liegen die bereits der Literaturagentur vor. Also bleibt mir Italien immer treu.

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Filippo Brunelleschi – mein echter Held im historischen Florenz-Roman (ab 14.7.2021 bei Gmeiner Verlag)

Schöne Momente genießen

Ich möchte zur Feier des Tages einfach meine Liebe zu Italien weiterschenken und hier einige Aufnahmen vorstellen, die mir sehr am Herzen liegen. Kalabrien geriet kürzlich wieder in die Schlagzeilen wegen der Verfilmung mit Ferch wegen der brutalen Duisburg-Morde. Thema der Schlagzeilen war aber nicht nur die Ndrangheta, sondern auch das leidige Thema Müll, der auf der Straße herumliegt.

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Heimfahrt von den Äolischen Inseln …

Wer das liest und Kalabrien nicht kennt, glaubt, er ist in einer Müllhalde unterwegs. Tatsache ist jedoch, dass man solche Regionen auch in Österreich oder Deutschland entdecken könnte, vielleicht weiter entfernt als unmittelbar in einem kleinen kalabrischen Dorf, aber Städte wie Tropea zum Beispiel oder Gerace achten auf ihre Vorbildwirkung in puncto Mülltrennung.

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Tropea, die Perle Kalabriens …

Wen wundert es dann, wenn sich manche Klischees halten wie Pech? Mich regt das richtig auf. Als würden alle Kalabresen ihren Müll einfach vor der Haustür entsorgen! Non niente! Und damit basta! Lieber mal hinter die Kulissen schauen und sich ein Bild vom Leben machen, bevor man Klischees bedient.

Kreuzfahrtschiffe in Venedig

Auch dieses Thema ist weiterhin präsent in meiner Agenda. Aus der Serenissima läuft noch kein Schiff aus, aber in anderen Destinationen merkt man, dass die Nachfrage steigt. Sogar ohne Landgang boomen solche Kreuzfahrten, denn viele vermissen das Ambiente, das Urlaubsgefühl …

In Autorenkreisen führen wir übrigens seit einiger Zeit die heiße Diskussion, ob man das Tragen von Masken in seinen Büchern mitnimmt oder nicht. Bisher habe ich mich geweigert, aber irgendwann wird es wohl doch Thema sein.

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Umweltschutz sieht wohl anders aus. Viele Kreuzfahrtschiffe sind von der Umrüstung auf LNG und Scrubber weit entfernt.

Wer hätte geahnt, dass das Jahr so heftig weiterverläuft, als in Venetien und der Lombardei die ersten Krankheitsfälle bekannt wurden? Ich ahnte etwas, aber ich hätte nicht gedacht, dass diese letzten Monate so heftig werden für alle Wirtschaftszweige, für uns Menschen, für die Beziehung, unser Bankkonto – unsere Lebenspläne und das Gefühl, unbesiegbar zu sein.

Happy Anniversario primo mio blog di Italia!

Cin Cin! Auf Italien, auf meine lieben Freunde dort, auf neue Bekanntschaften, die mir viel über Land und Leute verraten und vor allem Cin Cin, meine lieben Blogleser, die ihr regelmäßig reinliest oder meinen Blog sogar schon weiterempfiehlt!

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Bella Amore Mio – der Italien-Blog für alle, die Italien lieben (und Romane aus Bella Italia)

Ich bedanke mich herzlich für euer wachsendes Interesse und lade euch weiterhin herzlich ein, mir zu folgen, wenn es heißt “Andiamo da Italia!”

Ich hoffe, ihr stoßt mit mir auf den anniversario primo an. Mit Aperol sprizz, Limoncello, Grappa oder einem Sekt, egal was! Lasst uns feiern und diesen Augenblick genießen, von unseren schönsten Momenten in Italien träumen und hoffen, dass wir bald wieder dort sind! Bis dahin – Buona settimana!

Ciao Manu
Autorin und Bloggerin aus Leidenschaft, die Euch gerne auf ihren Recherche-Reisen quer durch Italien mitnimmt!

Autorin im Corona-Wahnsinn

Wer meinen Blog regelmäßig liest, hat bereits gemerkt, dass die letzten Wochen etwas unruhig verlaufen sind. Nicht jeden Dienstag ging pünktlich um 18 Uhr ein neuer Blogartikel online. Das tut mir leid, denn mein Bella Amore Mio – Italienblog – Autorenblog liegt mir sehr am Herzen.

Allerdings auch das Schreiben und das Reisen. Letzteres kam in diesem Jahr definitiv zu kurz. Mein heutiger Blogbeitrag “Autorin im Corona-Wahnsinn” entführt euch hinter die Kulissen direkt an meinen Schreibtisch.

Lektorat, Schreiben und Texten

Nachdem das Reisen nach Bella Italia in den letzten Monaten mehr von Stornos gekrönt war, könnte man denken, mir bliebe mehr Zeit zum Schreiben. Sagen wir mal so, die Auftragslage für mich als Texterin lief nach einem kurzen Knick wegen der ausgefallenen Kreuzfahrten und der damit verbundenen Reiseportalsaufträge wieder relativ gut an. Allerdings wollte ich meine langjährige Erfahrung noch gewinnbringender einbringen.

So setzte ich als Autorin im Corona-Wahnsinn einen lang gehegten Traum um und startete als Lektorin für Selfpublisher, Debütautoren und Digitalverlage um. Und das läuft wirklich sehr gut. Die Kehrseite der Medaille: Meine Schreibzeit leidet darunter oder anders ausgedrückt, Zeitmanagement ist für mich eine Herausforderung sondergleichen.

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Einer meiner liebsten Artikel im Bellaamoremio-Italienblog

Titel für Florenz-Roman steht fest

Inzwischen hat sich das Lektorat vom Gmeiner Verlag gemeldet mit erfreulichen News. Der Erscheinungstermin für meinen historischen Florenz-Roman wird der 14. Juli 2021 ein. Ich träume von einer Release-Party live aus Florenz, aber wenn dann der Termin kurzfristig verschoben wird?

Auch der Titel steht nach der Verlagskonferenz fest: “Die Muse des Baumeisters” orientiert sich sehr stark an meinem geliebten Arbeitstitel und ist sehr stimmig, oder? Schließlich hat Filippo Brunelleschi ja nicht nur die Kuppel vom Florentiner Dom entworfen, sondern hinterließ in Florenz sehr viele andere Bauwerke.

Venedig oder Florenz?

Meine Agentin schickte kürzlich ein Feedback zu einem anderen historischen Roman von mir, der in Meißen spielt. Eine schöne Rückmeldung, die Leseprobe gefiel sehr gut. Natürlich ist noch was zu tun, aber ein anderes “Problem” tat sich auf. Als möglicher Nachfolgeroman für den Gmeiner Verlag wird das Buch nicht geeignet sein.

Nun kommt ein weiterer historischer Venedig-Roman ins Spiel, den ich überarbeiten möchte. Die letzte Kontrolle ist länger her und ich weiß, auch ich habe mich schreiberisch weiterentwickelt und sehe manches anderes. Das tut dem Manuskript sicher gut, denn es wäre natürlich schön, einen weiteren Herzensroman beim Gmeiner Verlag abzuliefern. Florenz wird dort geliebt, Lektorat, Vertrieb und Marketing freuen sich auf das Buch und das ist für mich als Autorin gerade bei diesem Roman wie Balsam.

“Die Muse des Baumeisters” war das letzte Buch, das ich vor dem Tod meiner Mutter bearbeitet hatte und als sie starb, brach etwas in mir … Ich konnte nicht mehr. Nicht mehr leben. Nicht mehr schreiben. Es brauchte Jahre, bis ich dieses Erlebnis verarbeiten konnte und noch mehr, bis ich überhaupt wieder zum Schreiben fand. Darum war ich auch so glücklich, dass ausgerechnet der historische Florenz-Roman mit so viel Liebe vom Verlag aufgenommen wurde.

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Schnappschuss in vergangene Jahrhunderte …

Firenze-Romanideen und Reisepläne …

Eine weitere Alternative ist ein älterer historischer Florenz-Stoff. Für diesen muss ich aber nach so vielen anderen Projekten grundsätzlich wieder neu starten mit Recherchen. Es bleibt also spannend in den nächsten Monaten, wo es die Autorin im Corona-Wahnsinn hintreibt.

Nach meiner kürzlichen Auszeit an einem Kärntner See zieht es mich gleich weiter, aber die aktuellen Corona-Zahlen machen es – abgesehen vom gesunden Menschenverstand – schwer, ein Reiseziel zu finden. Wien ist ja offenbar der Hot-Hotspot und erst heute gesellte sich ein weiteres Land dazu, um Wien auf die Sperrliste zu setzen.

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Lido Venezia – ungewohnt ruhig …

Bella Italia-Feeling: In kleinen Dosen

Beim Schreiben genieße ich den Live-Effekt, der ja derzeit nicht möglich ist. Allerdings ist das Schreiben vor Ort sehr motivierend und inspirierend. Deshalb versuche ich mich wieder in Italien “einzuleben”. Nächste Woche sollte auch mein Italienisch-Kurs an der VHS wieder losgehen. Das im Sommer geplante Wiederholen funktionierte aufgrund der Auftragslage leider gar nicht.

Dokus, Musik und ganz viel Amore, Limoncello und Tarantella waren und sind so meine kleinen Dosen Bella Italia. Diese brauche ich für das Schreiben wie die Luft zum Atmen. Und ja, es bleibt die Überlegung, mal eine ordentliche Schreibzeit zu planen. Also eine Zeit, in der ich ungestört an einem Manuskript arbeiten kann, ohne mir über die Texte anderer den Kopf zu zerbrechen.

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Sonnenuntergang in Bella Italia

Leider liebe ich diesen Mix allerdings auch sehr, denn das Lektorat und Korrektorat an fremden Manuskripten schärft auch meinen eigenen Blick, motiviert mich.

Ich hoffe, euch hat dieser Exkurs in meinen aktuelles Autorenleben Spaß gemacht. Habt ihr Fragen? Dann her damit. Inzwischen wünsche ich euch wie immer Buona settimana!

Ciao Manu
Autorin und Bloggerin aus Leidenschaft, die Euch gerne auf ihren Recherche-Reisen quer durch Italien mitnimmt!

Corona in Roma

Rom ist eine der schönsten Städte Italiens, allerdings hinterließ Corona in Roma seine eigenen Spuren. Viele Plätze und Sehenswürdigkeiten kennt man bislang nur mit Massen an Touristen. Dieser Tage ist alles anders …

Wer Rom in Ruhe entdecken möchte, hatte eine gute Gelegenheit, aber es war manchmal mit Schattenseiten verbunden. Die vermutete Gastfreundlichkeit der Römer und die damit verbundene Erwartung, als zahlender Gast herzlich empfangen zu werden, stellt sich in vielen Restaurants als Fehlglaube heraus. Entweder gibt es Ecken, die den Italienern und speziell den Römern vorbehalten sind – oder es gibt ihn, den unfreundlichen Cameriere, den mürrischen Kellner, wie er im Buche steht.

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Ich liebe diese Engel …

Italien und der Corona-Wahnsinn

Die Einheimischen nutzen die seltene Chance, mal selbst Tourist zu spielen. Anders lassen sich von Experten die steigenden Infektionszahlen nicht erklären. Auch am berühmten Feiertag #ferragosto ließ es sich wohl auch trotz “Corona in Roma” oder in Apulien niemand nehmen, an einer Prozession teilzuhaben. Bella italia! Ich liebe dieses Land mit all seinen schwachen und hellen Momenten.

Kürzlich sah ich wieder den begnadeten Film “Gladiator” mit Russel Crowe, in dem die Ära der Gladiatoren von allen Seiten beleuchtet wird. Trotzdem war ich verführt, zwischen Film und Echtzeit zu unterscheiden, mich von der Faszination wie Sehenswürdigkeiten wie dem Kolloseum oder der Piazza Venezia nicht mitreißen zu lassen. Diese atemberaubenden Bauten in ihren eindrucksvollen Ausmaßen ist einer der Gründe, warum ich immer wieder atemlos durch die Gassen Roms spaziere und nicht genug davon bekommen kann.

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Kaum Menschen …

Petersdom und Vatikan

Der Petersplatz und der Vatikan zählen neben dem Kolloseum zu den absoluten Highlights für eine Rom-Reise. Dank Corona in Roma gab es auch hier bedeutend weniger Schlangen an den Eingangskassen. Allerdings, vor dem Pantheon brauchte es doch Geduld oder die Erkenntnis, diesen eindrucksvollen Tempel an einem anderen Tag zu besichtigen.

Für den Petersdom und die Museen des Vatikans solltet ihr unbedingt ausreichend Zeit einplanen. Nur mal schnell durchhuschen ist nicht. Und es wäre schade, denn die Preise sind nicht unbedingt so “Peanuts”. Also, wenn ihr Rom besuchen möchtet, dann gleich mit vollem Einsatz. Flache Schuhe, genügend Trinken und ein paar Brocken Italiano erleichtern das Leben deutlich in bella Roma.

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Ein Wahnsinnsfoto … bella Roma!

Parli italiano?

Leider verlief mein Sommer nicht wie geplant. Statt jede Woche brav eine Lektion in meinem Italiano-Kursbuch zu wiederholen, blieb es eher liegen. So sieht es auch mit meinen bisher erworbenen Sprachkenntnissen traurig aus.

Nun hat sich eine liebe Freundin ein Herz gefasst und wir haben den Entschluss gefasst, uns nicht länger mit der Entscheidung zu quälen, in welchen Kurs wir ab Herbst einsteigen. Wir machen due corsi italiani. Perfetto. Einerseits, um tatsächlich Basics zu wiederholen und andererseits, um auf dem inzwischen 3. Kurs nun auch auf den vorhandenen, aber hoffentlich nur verschütt gegangenen Kenntnissen aufzubauen.

2 x Italienisch in einer Woche = 3 Stunden. Da MUSS doch selbst bei meinem Mörderstress etwas hängen bleiben. Eigentlich positiver Stress, denn mein Lektoratsjob hat sich in den letzten Monaten toll entwickelt und ist ein echter Fixpunkt geworden. Normalerweise wäre das super, denn auf Reisen kann ich das Schreiben, das Lektorieren und das Bella-Italia-genießen perfetto kombinieren.

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Viele monumenti sind aber durch Absperrungen und Barrikaden “verschandelt” …

Ich freue mich auf diese Herausforderung, denn eigentlich wäre ich seit gestern längst in Amalfi. Oh ja, genau, mein Herz blutet, während ich diese Zeilen schreibe und ihr denkt sicher, gönn dir einen Limoncello oder gleich mehrere. ! Auch Apulien ist gecancelt für 2020.

Schwere Entscheidung, aber wie schon mit dem Corona in Roma war eine fix geplante Reise nur schwer vorhersehbar. Und ehrlich gesagt, abgesehen von den Umständen vergrämt mir das ständige Masken tragen auch die Lust an Fotos für den Blog.

Italia, mia amore!

Selbst die Spanische Treppe, die ich bislang nur voll mit Menschen kannte, bot einen recht einsamen Eindruck. Jetzt wäre der perfekte Zeitpunkt, um entspannte Mini-Reportagen zu drehen. Niemand, der durchs Bild läuft oder dessen Rufe den eigenen Vortrag unterbrechen … Seufz, Corona in Roma hat wirklich deutliche Spuren hinterlassen und wer weiß, wie viele kleine Bars und Cafés dieses Jahr überleben.

Italien sehen … und sterben?

Naturalmente no! Gerade in Italien hat man das Gefühl, die Italiener haben aus der Situation gelernt. Anders als in Deutschland oder Österreich achten mehr Leute auf den Mindestabstand und tragen die Masken ohne Widerstand an Plätzen, wo es eng wird oder in den Museen. Nervig, ja?

Aber angesichts der dramatischen Todeszahlen, die bis in den Mai die Schlagzeilen weltweit dominiert hatten, freut sich meinerseits, dass es wieder Hoffnung gibt. Nicht nur für mich, um wieder auf Reisen zu gehen. Auch für so viele liebe Menschen, die ich in Italien kenne, die Arbeit haben und ihre Familie ernähren können. Sie sind optimistischer, was die kommenden Monate angeht.

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Engelsburg … die Wolken wirken wie ein böses Omen. Corona in Roma 2020

Corona in Roma, aber auch in Venedig, wo sogar der Bürgermeister wieder ein Ablegen der Kreuzfahrtschiffe fordert, während sich die Bewohner von Stromboli über die dreisten Ausflugsboots-Attacken ärgern, die wie bis letztes Jahr die kleine Insel geradezu überschwemmen. Ihr seht, ein Italien ist wie einst geteilt in ihren Ansichten.

Italien ist und bleibt ein Rätsel, ein Phänomen, aber auch ein Land, das einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen hat. Und ich freue mich schon auf die Zeit, wo ich endlich wieder in bella calabria an meinen nächsten Romanen arbeiten kann und Corona wie ein Fluch aus vergangenen Zeiten anmutet …

Wart ihr nun unterwegs oder habt ihr euer Fernweh mit Limoncello und dem Duft frisch gepresster Zitronen gestillt? Wie habt ihr die Italiener während eurer Corona-Reisen erlebt? Ich freue mich auf eure Kommentare und wünsch wie immer eine – Buona settimana!

Ciao Manu
Autorin und Bloggerin aus Leidenschaft, die Euch gerne auf ihren Recherche-Reisen quer durch Italien mitnimmt!

Kreuzfahrtschiffe in Venedig

Hm, die Schlagzeilen der letzten Tage verkünden für die Serenissima eine frohe Botschaft: NO Kreuzfahrtschiffe in Venedig. Zumindest bis Ende des Jahres soll dieses Wunder andauern. In anderen Häfen wie Genua sieht die Lage anders aus.

Bleibt die Frage, hat der endlose Kampf der no grande navi-Organisation überhaupt einen Sinn? Nachdem die Luft sich nachweislich verbessert hat, das Wasser im Canal Grande in den letzten Monaten klarer war – da rief niemand mehr nach den Abfahrten der Kreuzfahrtschiffe über den Guidecca Kanal.

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Das Corona-Jahr hat anfangs viel verändert …

Venedig mal anders …

Inzwischen höre ich von vielen Freunden und Blog-Besuchern, sie wären problemlos in Bella Italia unterwegs und ich frage mich, warum bleibe ich eigentlich daheim? Ich seufze, wenn ich etwas von Italien höre, tröste mich abends mit einem Gläschchen Limoncello und könnt heulen …

Ich hasse Corona. Und selbst am Lido, wo die Kreuzfahrtschiffe in Venedig sichtbar vorbeizogen wie leuchtende Diskotheken, werden die Klagen laut, wo bleiben die Touristen? Tja, Touristen ja, Overtourism in Venedig nein? Es ist ein schwieriges Thema, zumal gerade Italien ein Land ist, das von Corona bereits seit März sehr beherrscht wird. Der Tourismus brach gänzlich zusammen. Anders als in Kroatien, wo die Saison doch etwas anlief, sieht man sich in Italien noch weit von einem “normalmente vacanze” ab.

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Ti amo Italia!

Ich will nach Bella Italia!!!

Was also tun? Weiterhoffen, dass irgendwann so etwas wie Normalität zurückkehrt? Aber was ist “normal” für Venedig? Sobald die Kreuzfahrtschiffe in Venedig wieder auslaufen, stürmen Dutzende, Hunderte, Tausende Passagiere die Altstadt und dann geht das Klagen der Venezianer von vorne los. Bleiben die Kreuzfahrttouristen aus, freuen sich die Touristen, die Venedig für ein paar Tage mehr besuchen.

Doch dank Corona befinden sich vor allem italienische Urlauber am Lido, in der Serenissima oder in Roma. Für viele ist es ein denkwürdiger Urlaub. Meine allerliebste und beste Italiano-Lehrerin genoss die Tage in der Heimat bei ihrer Familie. Für sie war es ungewohnt und schön, ihre Heimatstadt Rom so ungewohnt touristenfrei zu erleben. Aber auch etwas eigenartig, meinte sie.

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Ab 2022 geht der Wahnsinn weiter …

Italia, mia amore!

Eigentlich wollte ich heute einen schönen Blogartikel schreiben, aber irgendwie verschwört sich alles. Nachdem ich letzte Woche keine Chance dazu hatte, wollte ich mich heute ins Zeug legen. Leider dürfte beim Überspielen auf den neuen Laptop mit den Fotos etwas nicht so ganz geklappt haben. Hm, irgendwie … Corona ist an allem schuld. 😉

Auch läuft das Lektorat gut an. Das kostet Zeit, macht aber großen Spaß. Anderen Autoren zu helfen, beflügelt mich auch bei meinen eigenen Projekten sehr. Und dann kommen Ideen, das bedeutet Arbeit. Denken und plotten, kreativ sein und strukturiert arbeiten in einer Zeit, in der man nicht immer die Ruhe findet … in Kalabrien habe ich das geliebt, das Entwickeln von Figuren, neuen Szenen, das Schreiben vor Ort. Aber im heißen Wohnzimmer mit dem Ventilator macht das nur halb so viel Spaß, da hilft auch ein zweites Glas Limoncello nicht wirklich.

Italien sehen … und sterben?

Ich kann es nicht erklären, aber seit den Reisen nach Kalabrien hat sich bei mir ein kleines Steinchen ins Herz genistet. Das Gefühl von unstillbarer Sehnsucht, wenn ich den Stromboli beim Anflug auf Lamezia Terme bewundern kann oder bei einer Fahrt quer durch Rom. Eine Fahrt über den Canal Grande oder ein Spaziergang am Lido, die Vorfreude auf meinen historischen Florenz-Roman am 14. Juli 2021! Ja, genau, endlich gibt es ein konkretes Datum für diese wunderschöne Geschichte rund um die Entstehung der cupola.

Ihr seht, es gibt für mich viele Gründe, nach Italien zu reisen. Und noch jede Menge mehr, aber ihr kennt und liebt Italien wie ich. Wem erzähle ich also von den traurigen Momenten, wenn ich meine Buchungslust zurückstelle und drauf hoffe, dass 2021 ein besseres Jahr zum Reisen wird.

Wie sah euer Bella Italia-Sommer in diesem Jahr aus? Habt ihr es gewagt, bereut, verschoben? Ich freue mich auf eure Kommentare und wünsch ich wie immer eine – Buona settimana!

Ciao Manu
Autorin und Bloggerin aus Leidenschaft, die Euch gerne auf ihren Recherche-Reisen quer durch Italien mitnimmt!

Bella Calabria – Roman

Ihr wisst ja, dass ich an einem neuen Roman arbeite bzw. einer Romanreihe: Bella Calabria – Roman entsteht. Der erste Band ist fertig und in den letzten Tagen kam das Feedback zurück. Testleserin 1 schlug sich gleich die Nacht um die Ohren, weil sie unbedingt wissen wollte, wie diese romantisch-dramatische Geschichte meiner Heldin Elisabetta endet. Und ob dieser charmante Reiseleiter Carmine …

Ich verrate nichts, nur: Auch Testleserin 2 war total aus dem Häuschen und fragte, ob ich italienische Wurzeln hätte. No, leider nicht! Aber offenbar ist meine Liebe zu diesem Landstrich namens Kalabrien tatsächlich so in die Charaktere eingedrungen, hat meine Leser ebenso gefangen wie mich beim Schreiben.

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Abendstimmung an der Costa degli Dei

Und natürlich blieb die Frage nicht aus, wie dieser Roman entstanden ist. Eine vage Idee, eine Reise und ich flog mit Herzschmerz nach Hause. Die Sehnsucht, bezaubernde Städte wie Tropea oder Scilla mit seinem pittoresken Hafenviertel Chianalea bald wiederzusehen, war so groß, dass ich tatsächlich ein paar Wochen später bereits wieder in Lamezia Terme landete. Ich hatte das Gefühl, “nach Hause zu kommen”.

Klingt verrückt, ! Ich liebe meine Schauplätze, Venedig, Florenz, Rom u.v.m., aber Kalabrien hat mich bis ins Innere gefangen genommen. Der Beweis ist dieses Buch. Nun habe ich inzwischen auch meiner Agentin den Mund wässrig gemacht. Ist ja perfetto, im Herbst ein Stück von Bella Italia zu erleben und sich ein Glas Limoncello zu gönnen.

Vor Ort schreiben – der Heilige Gral der Autoren?

Normalerweise kann ich überall schreiben und plotten, aber auch in diesem Buch lief es bei Bella Calabria – Roman anders. Zum einen schrieb ich viele Szenen unmittelbar vor Ort. Vor meinem geliebten Palazzo Ruffo, im Hafen oder am Strand, in einem der vielen Cafés oder auf Stromboli. Egal wo, das Herz lief mir über vor Ideen und Wärme (abgesehen von den tropisch anmutenden Temperaturen, da in Tropea im Sommer über 80 Prozent Luftfeuchtigkeit angesagt ist).

Unterwegs kamen mir viele Ideen für mögliche Szenen, ich bekam durch die verschiedenen Besichtigungen in Pizzo oder bei meinem Ausflügen auf die Liparischen Inseln neue Eindrücke. Dazu das herrliche Wetter, die süßen Italiener und die Sprache. Kalabrien war auch definitiv ausschlaggebend dafür, dass ich nun endlich tatsächlich Italienisch lernen wollte.

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Lach. Das Foto entging mir. Ausnahmsweise mal ein misslungener Schnappschuss … 😉

Wie arbeitest du auf Reisen?

Falls ich nicht gerade auf einer sehr intensiven Rundreise bin, ist der Laptop mit dabei. Das ist auf Dauer einfacher als ständig die Notizen zu übertragen. Allerdings habe ich gerade in Kalabrien dann einfach jede Möglichkeit genutzt, Ideen festzuhalten: Meine kleinen Notizbücher waren überraschend schnell voll.

So mussten Notizblöcke von Kellnern herhalten und Servietten, bis ich in einem kleinen tabacco in der Nähe meines Hotels Schreibblöcke fand. Ich war sicher die erste Kundin, die vor lauter Freude über diesen Kauf den Tränen nahe war. Keine Frage. Natürlich war der Block dann auch leer, bevor ich den Heimflug antrat.

Außerdem habe ich die Vorteile von Apps kennengelernt. Ich halte gleich fest, was ich szenisch im Kopf habe oder ich mach mir zumindest bei Zeitmangel eine Notiz via Handy, um den Bella Calabria – Roman nicht entfliehen zu lassen.

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Bella Calaria Roman – Beim Heimflug musste die Serviette herhalten … ich war voll mit Ideen

Wenn Autorin einen Kaufrausch hat …

Ich kann entspannt an den schönsten Boutiquen Italiens vorbeigehen, aber an keiner Buchhandlung oder einem Souvenirshop. Meine Leidenschaft auf Recherchetour gehört den kleinen Freuden des Autorenalltags. Der Markuslöwe, ein Mini-Kalender Kalabriens, ein Bund Cipolla rossa oder ein Jahreskalender von Rom. Diese Schätze schleppe ich liebend gern nach Hause.

Auch die Kulinarik kommt dabei nicht zu kurz. Bunte Nudeln, die scharfe Nduja oder leckere Pistaziencreme landet ebenso im Koffer wie diverse Olivenöle. Nicht zu vergessen, Bücher! Gerade vor Ort werde ich oft fündig, unbekannte Reiseführer, Fotobände, Landkarten u.ä. untermalen die Stimmung und sind später ein schönes Erinnerungsfoto wert, wenn der Verlag mal danach fragen sollte.

Trennen konnte ich mich bislang von keinem solcher Stücke. Selbst nach Jahren horte ich hier noch Bruchstücke von Meißener Porzellan, mit offizieller Erlaubnis aus dem tiefsten Kellerböden der Albrechtsburg mit den Fingernägeln dem Erdreich entrissen, das Straßburger Münster in Goldminiatur oder ein Schlüssel zur Alhambra in Granada. Auch von Bella Italia hab ich schon viel mitgenommen, aber gegen die wachsende Sehnsucht ist das leider nur ein schwacher Trost.

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BELLA CALABRIA – Ein weiteres Hotel am Strand – Costa degli Dei

Zuerst die Figur, dann die Geschichte oder umgekehrt?

Ich kann es nicht sagen. Es ist ein Miteinander, ein Geben und Nehmen, und plötzlich stellst du fest, das fügt sich alles so wunderschön, als wäre es geplottet von A bis Z. Ist es aber nicht. Der Kalabrienroman entstand tatsächlich durch meine emotionale Bindung zu dieser Region. Auch mein Lebensgefährte, der mich in allem super unterstützt, stellte das verblüfft. Kalabrien hätte mich verändert, etwas wäre anders und genau das ist wohl das wahre Geheimnis dieses Buches, dem Auftakt zu einer Buchreihe, die ich unbedingt veröffentlichen möchte.

Das schönste Feedback war nämlich, dass ich nicht die Klischees Italiens bedient habe, sondern auch die Schattenseiten in die Geschichte eingewoben habe und diese dennoch nie die scheinbar kinderleicht eingeflochtene Leichtigkeit unterbrochen hätte. Schöner geht es nicht mehr, finde ich.

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Abschied von Stromboli (Eddu)

Nun überlasse ich euch noch der ansteckenden Melodie einer Tarantella. Auch das hat mich geprägt. Obwohl manche Lieder sehr archaisch und traurig klingen, verstehen die Kalabresen es, das Leben auch unter den einfachsten Bedingungen zu lieben – und vor allem zu feiern! Allerdings ist das Video mehr ein Werbevideo für das Hotel, aber egal. Ansatzweise bekommt ihr die getanzte Lebensfreude mit! Seufz …

Ich hoffe, der kurze Einblick in meine Arbeit als Autorin hat euch gefallen. Vielleicht habt ihr Gelegenheit, Kalabrien im nächsten Jahr zu besuchen. Tut es, denn der Tourismus braucht euch und die Menschen sind so herzlich, wenn sie ihr Misstrauen einmal verloren haben.

Buona settimana!

Ciao Manu
Autorin und Bloggerin aus Leidenschaft, die Euch gerne auf ihren Recherche-Reisen quer durch Italien mitnimmt!

Gondoliere

Wer kennt nicht diese herrlichen Transportmittel von Venedig? Allerdings käme man ohne die professionelle Hilfe von einem Gondoliere nicht einen Kanal weiter. Ohne die sympathischen Italiener in Ringelshirt und Strohhut kann ich mir die Lagunenstadt gar nicht vorstellen. Traditionell wird das Gewerbe vom Vater auf den Sohn übertragen, weshalb man wohl keine Frauen an Bord einer Gondel entdecken wird.

Ich glaube, dass ich aber mal vor einigen Monaten etwas darüber gelesen habe, dass eine Deutsche sich in dieser männerdominierten Welt durchgesetzt hat. Allerdings kann ich gut verstehen, warum die Venezianer in diesem Punkt eigen sind. Denn Hand aufs Herz: Ich möchte keiner Frau oder anderen Menschen ihre Leistungen schmälern, aber wenn nicht jemand, der in Venedig geboren ist, Gondoliere ist, dann sollte er tatsächlich auch keinen Anspruch darauf haben.

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Ein vertrautes Bild in Venedig!

Das ist so ein ganz spezielles Ding, findet ihr nicht? Ich vergleiche es gern mit einer Fiakerstadt durch Wien. Wenn mich der Kutscher plötzlich mit Berliner Dialekt anspricht und mir etwas über die Geschichte unserer wunderschönen Stadt erzählt, wäre das auch etwas “anderes” als man erwartet.

Teure Lizenzen, heiß begehrte Plätze

Es ist übrigens gar nicht so einfach, als Gondoliere finanziell zu überleben. Ja, die Preise klingen gepfeffert, aber nicht immer läuft die Saison so gut. Bestes Beispiel die jetzige Corona-Krise. Venedig ist unglaublich leer, wie ihr übrigens auf dem folgenden Video von Max Nomad sehr gut sehen könnt. Der sympathische Globetrotter (Max, ich beneide dich extrem, dass du gerade in Venedig warst!!!) ist in meinem, in unserem geliebten Bella Italia unterwegs und fing mit dem Video gut ein, wie die Lage vor Ort aktuell ist.

Für alle, die Venedig mal ohne Menschenmassen erleben (und fotografieren) möchten: Perfetto! Grazie Max Nomad für dieses schöne Video!

Die Lizenzen jedenfalls kosten über 100.000 Euro. Das heißt, dass ein venezianischer Gondolieri sehr viele gut gebuchte Fahrten über den Canal Grande machen muss, um allein die Gebühren wieder einzuspielen. Dabei sind Reparaturen, die tägliche Pflege der Gondel und Wetterkapriolen noch gar nicht inkludiert.

Die Entstehung einer Gondel ist sehr aufwändig. Allein das Holz hat einen stolzen Preis, aber das ist einem echten Gondolieri alles wert. Diese Gondel ist dann sein Zugpferd, sein Prunkstück. Junge Italiener, die davon träumen, auch mal mit der eigenen Gondel durch die Kanäle der Serenissima zu staken, putzen morgens und abends unzählige Gondelrümpfe. Damit sie bei der nächsten Fahrt wieder im Sonnenlicht funkeln können.

Die Entwicklung der Gondel

Der Prunk einer Gondel wurde ab dem 17. Jahrhundert wichtig. Wie vieles in Italien scheint größer gleich besser zu bedeuten. Die Geschlechtertürme von San Gimignano oder Florenz feuerten die Konkurrenz ebenso an wie die Länge einer Gondel in Venedig. Die typische Gondel der Renaissance war 8,68 Meter lang, 1,39 Meter breit und verfügte über einen Tiefgang von 59 Zentimetern.

Im 18. Jahrhundert lag die Länge bei 10,90 Metern, einer Breite von 1,38 Metern und einem Tiefgang 48 Zentimetern. Verglichen mit den heutigen Gondeln auf dem Canal Grande schon sehr ähnlich: 10,83 Meter lang, 1,42 breit und 54 Zentimeter Tiefgang.

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Majestätisch gleitet die Gondel durch das Wasser.

Bei Aqua Alta haben die Gondolieri Schwierigkeiten, unter den vielzähligen Brückenbögen durchzukommen, bei Niedrigwasser müssen sie darauf achten, welche Wasserwege sie benutzen. Nur noch wenige maestro verstehen es, originale Gondeln zu bauen. Dabei ist dieses Handwerk wirklich einzigartig und unersetzlich, denn die Gondolieri vertrauen ihren erfahrenen maestri, wenn es darum geht, die Gondel zu überholen und zu reparieren.

So ist der squeraiol, der Schiffszimmermann, bis heute ein sehr ehrenwerter Beruf. Schon im arsenale, wo die schnellen Karavellen für die Seerepublik Venedig gebaut wurden, waren die sehr geschickten Handwerker sehr gefragt. Heute braucht ein erfahrener maestro keinen Bauplan, denn diesen hat er in seinem Gedächtnis verewigt. Das erklärt, warum jede Gondel so teuer ist. Sie sind einzigartige Unikate, gebaut wird übrigens nach den traditionellen Maßen, abseits von Dezimalzahlen und Zentimetermaß.

Gondoliere – ein Beruf für sportliche Männer

Wenn ihr in Venedig seid, achtet mal auf die Beinarbeit der Gondolieri. Diese künstlerisch anmutende Tänzelaktion hat den Hintergrund, dass das schmale Gefährt gut ausbalanciert werden muss. Gleichzeitig muss aber auf darauf geachtet werden, dass das Fahrtempo konstant gehalten wird und die Gondel ruhig im Wasser liegt. Alle Komponenten haben einen deutlichen Einfluss auf das Erlebnis der Gondelfahrer.

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Ein herrliches Panorama!

Das Geheimnis des Erfolgs der Gondolieri

Mit der Qualität von Holz und maestro steigt der Wert einer handgefertigten Gondel. Das Eichenholz muss mindestens 12 Meter lang sein. Mithilfe von einem “Gestell” wird der Rumpf optimal ausgerichtet, dann geht es weiter mit den Planken für Bug und Heck, mit Querrippen und Längsrippen. Das klingt schon sehr kompliziert und wenn man sich die wenigen Originalpläne ansieht, fragt man sich, ob heute noch jemand in der Lage ist, dieses Handwerk zu lernen.

Wie bei Gondoliere wird auch dieses tausendjährige Wissen um das richtige Holz und den perfekten Zeitpunkt für den Bau von Generation zu Generation weitergeben. Viele fürchten allerdings um ein Aussterben, denn nicht jeder junge Venezianer möchte in die Fußstapfen seines Vaters oder Großvaters treten.

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Allein die Verzierungen der Gondeln sind sehr unterschiedlich.

Ganz wichtig ist auch die Innenausstattung der Gondel, parecio genannt. Plüschkissen und Sitze, Skulpturen aus Messing oder Bronze werden nach alten Modellen hergestellt. Besonders beliebt sind Seepferdchen, die cavai. Die Hauptbank wird sentar genannt. Besonders edel wirken die Gondeln mit typisch venezianischen Mustern und Flaggen.

Die Stühle einer eleganten Gondel bestehen aus Mahagoni oder Nussbaum. Ihr merkt, Qualität muss sein, was sich wie bereits erklärt, auch im Preis der Kunden später niederschlägt. Auf den Fotos kann man einzelne Details der Gondeln gut erkennen und versteht, wie filigran dieses Handwerk ist. Mal eben etwas gedrechselt? Mitnichten.

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Bella venezia!

Ich hoffe, ihr hattet Spaß auf unserer kleinen Gondelfahrt durch Venedig. Buona settimana! Genießt den Sommer fern von bella italia und schmiedet fleißig Pläne, wohin es vielleicht schon bald wieder geht.

Ich bleib zumindest schreiberisch jetzt mal wieder Venedig und Kalabrien treu. Mein neuer historischer Roman zu Florenz und der Kuppel von Filippo Brunelleschi kommt Ende des Jahres aus dem Lektorat. Bis dahin habe ich das herrliche Vergnügen, mich auf den historischen Venedig-Roman und Band 2 meiner Kalabrien-Reihe zu konzentrieren.

Ciao Manu
Autorin und Bloggerin aus Leidenschaft, die Euch gerne auf ihren Recherche-Reisen quer durch Italien mitnimmt!

Zungri

Heute entführe ich euch zu einem kleinen Highlight in Kalabrien, die Höhlenwohnungen von Zungri. Sie mögen nicht so bekannt und groß sein wie die in Matera, aber ich finde, beide haben ihren eigenen Charme. In Zungri mutet es zu einem echten Abenteuertrip an, wenn man immer tiefer über die steinernen Stufen hinabsteigen muss.

Für kleinere Menschen wie mich sind das ja keine Stufen mehr! Aber natürlich hat sich der Weg gelohnt. Leider ist der Zugang für ältere Menschen oder nicht so ganz fitte Besucher nicht so ideal. Andererseits ist es gut, dass die Verantwortlichen den ursprünglichen Charakter möglichst bewahren wollen und nicht an die Einbauten von Aufzügen o.ä. denken.

Schon der Besuch vom Museum ist interessant. Hier findet ihr spannende Einblicke in das einfache Leben der Bewohner und so manche Gerätschaft, die heute seltsam erscheinen mag. Zungri ist ein wichtiger Schauplatz für eine Szene aus meinem aktuellen Manuskript der Kalabrien-Reihe. Wer dann mal selbst dort ist, kann sich lebhaft vorstellen, wie romantisch dieser Ort nachts sein muss …

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Im Sommer herrlich kühl – eine der Höhlenwohnungen von Zungri

Der Zauber von Zungri

Kaum steht man vor dem Eingang zu den Höhlenwohnungen, fühlt man sich in eine andere Zeit versetzt. Ich habe mir den Luxus geleistet, als Letzter noch oben zu steigen. So konnte ich die Szenerie ohne die Kommentare anderer Besucher genießen, die Augen schließen und Eindrücke sammeln. Danach fällt es dir schwer, von diesem wunderbaren Ort loszukommen und so war es nicht weiter verwunderlich, dass ich die Szene just in der Nacht angesetzt hatte.

Der Sternenhimmel über dir, das Zirpen der Grillen, ein romantisches Picknick. Da würde ich selbst gern aufwachen, inmitten dieser traumhaft schönen Landschaft Kalabriens. Fern der Strände und pittoresken Küstenstädte ist Zungri ein perfekter Rückzugsort, an den ich gerne wieder mal zurückkehren möchte. Im Sommer. Im Winter stelle ich mir das Leben sehr beschwerlich vor.

Abgesehen von den rutschigen Stufen, die bei Regenfällen zu einem reißenden Fluss werden. Wie hat man dort gelebt, überlebt? Es war ein hartes, entbehrungsreiches Leben und dennoch glaube ich, dass manch einer dort glücklicher gelebt hat als anderswo.

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Dieser Ausblick – ein Traum …

Praktisch eingerichtet, aber mit Charme: Zungri Höhlenwohnungen

An Dunstabzüge und Belüftungen wurde in den teils überraschend großen Behausungen ebenso gedacht wie an kleine Erker und abgeschiedene Ecken. Nur die Höhe der Stufen fand ich an manchen Stellen echt als Herausforderung. Natürlich wollte ich keine Gelegenheit für tolle Fotos und Entdeckungen versäumen.

Der Hinweg war einfach, aber wenn du dann einige Meter höher stehst und dir klar wird, über diese steilen, engen Stufen geht es nun hinab: Nicht selten hab ich Leute gewarnt, dass ich jetzt runterkomme. Egal wie! Aber es machte natürlich großen Spaß und die Schönheit dieser Höhlen ist unbestritten.

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Romantik pur, oder?

Einblicke in das Museum von Zungri

Hier noch ein paar Aufnahmen vom Museum. In Zeiten von Corona wäre ein Besuch der Albtraum geworden! Mehrere Reisegruppen trafen hier aufeinander, sodass es trotz Aufteilung in kleinere Tranchen dennoch ein Gedränge gab. Aber das Museum war doch ganz nett.

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Hier werden Geschichten von früher wieder lebendig.

Recherche bedeutet, auch Details zu suchen und vielleicht wird es nur eine Zeile im Buch, aber es ist ein Detail, das real ist und nicht der Fantasie entspringt.

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Einfach, aber effektiv: Der Fortschritt kam hier nicht an … aber es ist gut.

Der Ort Zungri in Kalabrien

Hier gab es nicht so viel zu sehen, aber ich machte mich dennoch auf die Suche und konnte schöne Schnappschüsse machen. Außerdem besuchte ich hier vor Ort eine Verkostung von der berühmten Cipolla Rossa – Marmelade und leckerer Pistaziencreme. Wow, wirklich jede Kalorie wert, einfach nur perfetto für die Frühstückswaffel.

Die kalabrischen Spezialitäten sollte man ohne Hektik probieren. Die Menschen freuen sich über das Interesse und wenn man etwas kauft, das man mit Genuss probiert hat, ist das ein kleines Stück Kalabrien, wenn man wieder daheim ist. Inzwischen habe ich schon öfter die Nduja mitgenommen, denn mein Lebensgefährte liebt diese kalabrische Wurst nun sehr.

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Eine typische Gasse zur Mittagszeit – nicht nur in Zungri …
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Zungri liegt auf der gegenüberliegenden Seite des Stiefels – Blick auf das Ionische Meer (etwas kühler als das Tyrrhenische Meer)

Ich hoffe, ihr hattet heute einen kleinen Eindruck über Zungri und seine Höhlenwohnungen gewonnen. Selbst entdecken ist doch viel schöner. Wenn ihr noch Tipps braucht zu Kalabrien oder Fragen habt, einfach melden.

Langsam wird die Sehnsucht nach Bella Italia ganz schlimm. Ich bekomme von Freunden und Instagram-Followern mit, dass sie bereits fleißig unterwegs sind in Florenz, Venedig oder Rom. Das tut dem Tourismus gut, aber ich würde auch so gerne und trau mich (noch) nicht … Buona settimana!

Ciao Manu
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Firenze – Ein Traum wird endlich wahr!

Firenze, also Florenz, ist eines meiner längsten Buchprojekte und nach all den Jahren ist es endlich wahr geworden: Mein neuer historischer Roman erscheint im Herbst 2021 beim Gmeiner Verlag. Inzwischen ist alles in trockenen Tüchern und ich bin so glücklich, dass ich euch das natürlich nicht länger verheimlichen will.

Zum Inhalt darf ich allerdings nicht viel verraten, aber wenn ihr den heutigen Blog liest und die Fotos dazu betrachtet, wird es einfacher sein, dieses Rätsel um Firenze – Ein Traum wird endlich wahr! leichter zu lösen.

Am liebsten würde ich die Koffer packen und nach Florenz fliegen, aber – ja genau, Corona macht weiterhin alle Reisepläne zunichte. Ich habe ja noch Zeit, aber die Ungeduld, endlich wieder die Cupola von Florenz zu sehen, am Ufer des Arno zu flanieren und den Palazzo Vecchio zu besuchen … In den nächsten Monaten gilt es, die Vorschläge meines lieben Lektors, einem studierten Historiker, umzusetzen und das Buch zu einem echten Highlight für Fans von historischen Romanen zu machen.

In Gedenken an …

Mit dem Firenze – Roman ist allerdings auch viel Schmerz verbunden. Meine erste Testleserin war meine Mutter, eine begeisterte Leserin, aber als Kritikerin war sie schlichtweg überfordert. Doch sie glaubte an mich. Bis zum bitteren Ende, denn leider starb sie an Lungenkrebs und kann heute nicht miterleben, wie glücklich ich bin, dass ausgerechnet unser Firenze mein Verlagsautorencomeback ermöglicht.

Meine Mutter war auch bei den ersten Recherchereisen dabei, in Venedig als auch für Firenze. Wir hatten in Florenz perfekten Sonnenschein, aber es war vor allem für sie sehr anstrengend, mir von Stopp A nach Stopp B zu folgen. Zwischendurch musste eine Pause sein, auf einen caffé oder ein gelato.

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Ich liebe diese Bögen und Türme, egal wo in Italien.

Als ich zum ersten Mal nach ihrem Tod allein in Florenz unterwegs war, fiel mir das sehr schwer. Es gab so viele gemeinsame Erinnerungen in dieser herrlichen Stadt, dass es dann trotz dem Interesse eines großen Publikumverlags zu einer Schreibblockade kam … Heute darf ich mich nicht fragen, wie meine Autorenkarriere verlaufen wäre, wenn ich damals nicht zu Ende geschrieben hätte.

Nun, es ist, wie es ist. Und beim Gmeiner Verlag freue ich mich auf eine sehr sympathische, engagierte Zusammenarbeit. Das Team liebt offenbar meinen Firenze Roman und das ist ein sehr schönes Gefühl, das die schmerzlichen Erinnerungen etwas übertüncht.

Geschlechtertürme – Demonstration der Macht

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Hier noch ein Beispiel für einen Geschlechterturm in Florenz.

Die Geschlechtertürme gibt es auch in San Gimignano oder Bologna, aber für meinen Firenze Roman spielen sie in Florenz eine wichtige Rolle. Achtet auf die unterschiedlichen Ausführungen von Mauerwerk, Fenster und Etagen. Kein Wunder, dass die Gassen schon am Nachmittag stockfinster waren.

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Die trutzigen Bauten dienten auch als Abschreckung unter den verfeindeten Patrizierfamilien in Florenz.

Palazzo Davanzati – ein Paradebeispiel für die Renaissance

Beim Palazzo Davanzati war es Liebe auf den ersten Blick. Dieser eindrucksvolle Palazzo sollte das Heim meiner Heldin Juliana werden. Von hier aus würde sie sich gedanklich in die Höhen des Florentiner Doms träumen, zu der unvollendeten cupola.

Die fortschrittlichen Neuerungen wie fließendes Wasser oder ein Küchenaufzug waren für die Florentiner damals wirklich einzigartig. Julianas Vater, ein notario, kann sich ein solches Paradies leisten, aber wenn man in dem Palazzo steht und ihn mit eigenen Augen sieht … perfetto.

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Palazzo Davanzati an einem weniger sonnigen Tag … Achtet auf die Loggia oben!

Das kommt auf den teils älteren Fotos hier gar nicht so raus, wie imposant das Gebäude ist. Ich hatte dort lange Zeit zugebracht. Zu lange, denn das Sicherheitspersonal folgte mir von Viertelstunde zu Viertelstunde länger. Während normale Besucher wohl nach einer halben Stunde mit der Besichtigung durch waren, stand ich erst im piano nobile und machte emsig Fotos, überlegte mir mögliche Details für die Geschichte. Vor Ort ist das gänzlich was anderes, sofern man nicht mit Argusaugen beobachtet wird. Seufz.

Bei meinem nächsten Besuch kann ich den Leuten dort wohl sogar schon in Italienisch erklären, warum es mir wichtig ist, mir Zeit zu lassen. Vielleicht stimmt sie das gnädiger?

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Der Palazzo mit seinem Bollwerk ist sehenswert.

Palazzo Vecchio

Die geheime Führung im Palazzo Vecchio darf ich nicht verraten, außer dass sie sehr interessant war. Allerdings wird das Ausmaß der gezeigten Geheimgänge und Säle ähnlich wie beim Palazzo Ducale in Venedig heutzutage geringer sein als damals. Dennoch ist er sehenswert und bot für meine Recherchen jede Menge Potential für kleine Infospots und Szenen mit Dramatik. Wer denkt, dass es nur in Rom Löwen gab, der irrt …

Vor dem Palazzo Vecchio steht auch heute noch ein göttlich anzusehender Mann. David. Die Kunstfertigkeit von Michelangelo zeigt sich hier von seiner schönsten Seite. Nein ernsthaft, jede Falte, Beugungen der Fingerglieder und vieles mehr machen diese Skulptur zu Recht zu einem Highlight jeder Firenze Reise.

Und auf der Piazza della Signoria geht es weiter mit den Besichtigungen, denn Florenz ist in der Tat eine Freiluftbühne der Renaissance. Wer sich bis nächstes Jahr geduldet, nimmt am besten meinen Roman mit und folgt Juliana. So ist das ein besonders schönes Leseerlebnis, denke ich, und es zollt Künstlern wie Filippo Brunelleschi oder Donatello den wohlverdienten Tribut.

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Innenhof des Palazzo Vecchio

La cupola – Das Herzstück meines Romans

Wer atemlos auf der Plattform der Kuppel steht, ahnt nicht, welch unmenschliche Kräfte und Ideen für den Bau dieses Kunstwerks nötig waren. Angeblich verlor nur ein einziger Mann sein Leben bei den Bauarbeiten. Filippo Brunelleschi erfand vielerlei Maschinen, um die Arbeiten zu erleichtern.

Manche sieht man beim Aufstieg in den Zwischenetagen, aber noch mehr Infos erhaltet ihr im Museo dell Opera, wo es neben der Totenmaske von Filippo, dem Modell der cupola und viel Literatur noch viele Details zu entdecken gibt, wie die cupola entstanden ist.

Der Aufstieg zieht sich über 500 Stufen, aber es gibt doch immer wieder die Möglichkeit, kurz Pause zu machen und auf das Verständnis anderer Besucher zu hoffen, wenn man gerade wirklich mal einen Notstopp machen muss. Aber die Mühe lohnt sich, denn so kann man die einzelnen Bauschritte gut nachvollziehen und angesichts der Tatsache, dass diese Kuppel bis heute steht …

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Brunelleschi setzte auf eine innere und äußere Verschalung.

Allein das Fischgrätmuster und andere Details, die ihr in meinem Firenze Roman nachlesen könnt, begeistern mich bis heute immer wieder aufs Neue. Kein Stein sitzt dort einfach so. Und mit seiner absoluten Überzeugung einer beinahe schwebenden Kuppel machte sich Pippo nicht immer Freunde. Aus den Sitzungen aus dem Rat der Signoria wurde Brunelleschi regelmäßig rausgeworfen. Ich verehre diesen Mann und ihr werdet viele Kirchen bzw. Bauwerke finden in Florenz, die unter Filippo Brunelleschis Plänen entstanden sind.

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Platzangst sollte man angesichts der knapp 500 Stufen nicht haben!
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Filippo Brunelleschis Blick ruht bis heute auf seiner geliebten cupola!

Ich wünsche euch viel Freude bei eurem nächsten Florenz-Aufenthalt. Ob mit oder ohne meinem Firenze-Roman. Herbst 2021 ist es soweit, evtl. auch Spätsommer. Und bis dahin verratet mir doch, ob ihr Florenz bereits besucht habt. Wo habt ihr gewohnt? Ich hatte ein Hotel mit einer herrlichen Dachterrasse. Das Zimmer war winzig und stickig, aber die Terrasse war besonders am Abend ein absoluter Traum. Buona settimana!

Ciao Manu
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Passeggiare per venezia

Der Sommer ist da und mit ihm steigt weiterhin die Ungewissheit, wie es mit meinen Italien-Reisen weitergeht. Mir bricht immer mehr das Herz, weil ich fürchte, der Herbst wird ohne Bella Italia stattfinden. Darum möchte ich euch heute auf einen Spaziergang durch Venedig mitnehmen, passeggiare per venezia.

Venedig ist auch schreiberisch meine Quelle. Hier begann die Liebe zum historischen Roman und enden wird sie in venezia garantiert nicht. Übrigens kann ich an dieser Stelle endlich verkünden, dass mein neuer historischer Roman über Florenz im Herbst 2021 erscheinen wird. Cin Cin! Ich freue mich sehr. Sobald das Cover steht und noch andere wichtige Eckdaten, verrate ich das natürlich exklusiv in meinem Blog.

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Nehmt euch Zeit für die kleinen Details

Andiamo ragazzi! Abseits vom Canal Grande und den Touristenströmen gibt es genug zu entdecken, wenn ihr euch Zeit nimmt. Schaut mal hoch und bewundert die wunderschönen Giebelchen auf den Dächern der venezianischen Palazzi. Es ist traurig, dass die Luftverschmutzung dem istrischen Stein so zusetzt und so großen Schaden anrichtet. Großen Anteil daran haben leider doch die Kreuzfahrtschiffe, von deren Verboten es erschreckend still geworden ist und dennoch sind sie da. Trotz der Proteste und Klimaaktionen von No Grande Navi scheint die Frage Profit versus Gesundheit längst entschieden.

Von Fisch bis zur Pasta

Was wäre ein passeggiare per venezia ohne einen Besuch auf dem bekannten Fischmarkt? Auf dem Foto seht ihr eine Tafel, auf der schon seit vielen Jahrzehnten, ach was, Jahrhunderten die Messlatte für die Qualität der Fische, die hier verkauft werden dürfen, höher legt.

Heute kämpfen die Fischer eher ums Überleben und auch die Austernmafia draußen in den Lagunen ist ein Thema, das ich heute lieber nicht genauer hinterfrage.

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Pesce – Fisch – Qualität ist gefragt!

Und was Italien ohne Pasta? Seid ihr auch immer so fasziniert, wenn ihr diese Vielfalt an Formen und Farben für die beliebte Pasta seht und ihr wollt mehr davon? Eigentlich wollte ich ja im Juni in Kalabrien einen ganz besonderen Urlaub erleben, mit einem Kochkurs samt italienischer mamma inklusive. Alles nix geworden, leider. Aber okay, nächstes Jahr leb ich wohl aus dem Koffer.

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Buon appetito!

Geht Venedig tatsächlich bald unter?

Auf meinem passeggiare per venezia habe ich auch Entdeckungen gemacht, die weniger Freude bereiten. Abgesehen von den schiefen campanile, die überall auf den kleinen Inseln stehen und scheinbar miteinander wetteifern welcher Kirchturm schiefer ist, gewinnt neben dem campanile auf Burano wohl auch dieser Schnappschuss den ersten Preis.

Mitten in Venedig zeigt sich auf diesem Foto deutlich, wie der Boden absinkt. Schließlich ist die Serenissima auf Pfählen erbaut und diese Bauweise sorgte schon seit Anbeginn der venezianischen Republik. Das Gewicht der Palazzi, die zunehmende Versandung, das zerstörerische Salzwasser, die Kreuzfahrtschiffe, die Massen an Touristen …

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Canal Grande beinahe einsam – ein seltener Augenblick

Eigentlich war es reiner Zufall. Ich hatte wohl einen ruhigen Moment erwischt, aber allein fürs Auge des Betrachters ist das ein wunderschöner Anblick, der Lust macht, wieder nach Venedig zu reisen oder es zum ersten Mal zu sehen.

Ich war damals total geflasht, als ich vom Bahnhof rauskam und plötzlich unmittelbar vor dem breiten Strom stand: Überall Gondeln, Taxiboote, Vaporetti und Menschen. Das war 2006, ich mitten in den Recherchen für meinen ersten Roman.

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Canal Grande in einem ruhigen Moment

Für viele Besucher ist der Canal Grande eine der schönsten Sehenswürdigkeiten. Dabei hat Venedig noch viel mehr als die Rialtobrücke oder die Piazza San Marco zu bieten. Keine Angst vor Irrwegen. Entdeckt eure schönsten Ecken Venedigs, denn alle Wege führen nach … Bella Italia!

Ich hoffe, euch hat der heutige passeggiare per venezia Spaß gemacht und ihr konntet ein paar Ideen sammeln für die nächste Venedig-Reise. Buona settimana!

Ciao Manu
Autorin und Bloggerin aus Leidenschaft, die Euch gerne auf ihren Recherche-Reisen quer durch Italien mitnimmt!